Der nicht wirklich gelungene Start des neuen Müllentsorgers in der Stadt Willich zum Jahresanfang – rund 600 Tonnen waren stadtweit nicht geleert worden – hat am heutigen Donnerstag im Schloss Neersen zu einem Krisengespräch geführt: Bürgermeister Christian Pakusch hatte die Geschäftsführung des neuen Entsorgers ins Schloss Neersen zum Gespräch gebeten. Und Pakusch machte dann aus seiner „Verärgerung über die berechtigten Beschwerden der Bürger“ kein Geheimnis.

Schon Anfang der Woche hatte er sich bei den Willichern wegen der Startschwierigkeiten des neuen Entsorgers „PreZero“ entschuldigt und auf seinem Facebook-Kanal einen Live-Chat zum Thema gestreamt, um den Bürgern Hintergründe zu erklären. Und auch jetzt wurde Pakusch im Austausch mit der Leitung des Unternehmens „nachdrücklich und deutlich“.

Eine Reihe von Gründen, so ein Unternehmenssprecher, habe zu den akuten Problemen geführt: Unter anderem wäre die „Schüttungsdauer“ der neuen, in Willich eingesetzten Fahrzeuge zu langsam und damit länger als erwartet gewesen, außerdem sei es zu längeren Wartezeiten bei der Entladung auf der Deponie gekommen, und schließlich hätten nicht alle Daten der „Full-Service-Kunden“ (die Tonne wird nicht vom Bürger an die Straße gestellt, sondern das Team des Entsorgers holt die volle Tonne an einem vereinbarten Punkt ab und bringt sie geleert dorthin zurück) vorgelegen: Hier bittet der Entsorger um entsprechende Mitteilung der Bürger ans Unternehmen (Service-Hotline 0203 / 7387270 oder E-Mail an kommunal.rheinland@prezero.com).

Konkrete Zusagen des Unternehmens

Konkret ist jetzt vereinbart und dem Bürgermeister zugesagt worden, dass „morgen alles abgeräumt“, „nächste Woche die doppelte Anzahl von bewährten Wagen und mit anderem Personal“ unterwegs sein wird und schließlich „12 Mitarbeiter im Call-Center der Firma für die Entgegennahme der Anrufe der Willicher Bürger“ eingesetzt werden – Pakusch hofft sehr, dass die Probleme dann abgestellt werden können:

„Wenn nicht, werde ich nötigenfalls persönlich mit dem Geschäftsführer des Entsorgers gemeinsam im Müllwagen unterwegs sein und Touren fahren um zu schauen, was klemmt – wir müssen alles versuchen, die Probleme abzustellen.“

Info

Anfang des Jahres hatte das Unternehmen als neuer Dienstleister die Sammlung von Restmüll, Sperrmüll und Elektronikschrott in Willich übernommen – und in den ersten Tagen war  offensichtlich einiges nicht glatt gegangen: Bei der Stadt gingen auf verschiedenen Wegen Beschwerden in Blick auf nicht abgeholte Tonnen ein. „PreZero“ aus Porta Westfalica hatte die turnusmäßig vorgeschriebene europaweite Ausschreibung der Stadt gewonnen und ist nun ab 1. Januar der Entsorger im Auftrag der Stadt. Die Sammlung der Abfälle in Willich wird durch die „PreZero Service Rheinland“ mit Sitz in Duisburg organisiert.