Screenshot: youtube.com/stadtwillich

Abstandsregeln, Mund-Nasen-Bedeckung, reduzierte Besucherzahlen – die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie haben sich natürlich auch auf die kulturellen Aspekte des Lebens die den vergangenen Monaten ausgewirkt.

Dabei hatte sich Willich, das in diesem Jahr wie viele andere Städte in NRW das 50-jährige Jubiläum der Stadtgründung feiern wollte, viel vorgenommen. Statt allerdings einfach Veranstaltungen abzusagen, ist das Kulturteam um Geschäftsbereichsleiter Bernd Hitschler kreativ geworden und hat – auch mit finanzieller Rückendeckung durch den Kämmerer – neue Wege für die kulturelle Vielfalt in der Stadt gefunden.

ONLINE­FORMATE SIND GUT ANGENOMMEN

Als „aus der Not geboren, aber lieb gewonnen“ bezeichnet Bernd Hit­schler den Youtube­Kanal „Willich History“, der sich steigender Klick­ zahlen und steigender Beitragszahlen erfreut. Begonnen hatte die „Digital­Kultur“ mit dem Live­Stream der von Tom Hegermann mo­derierten Jubiläums­-Diskussion mit den Partei­-Vorsitzenden. Mittler­weile finden sich dort aber auch ganz andere Themen, etwa die Filme zu historischen Begebenheiten wie der „Schießerei im Büttgerwald“ 1973 oder zu „Helmes von der Schiefbahn“, die Detektiv Piet Persson (alias Sven Post) mit seinem Team produziert hat. Aktuell produziert die Stadt den Bildvortrag „50 Jahre in 90 Minuten“ in der Digital­version, um ihn dann auch online zu stellen. „Das sind sehr nach­haltige Wege, um Kultur zu vermitteln. Diese Dinge bleiben im Netz, sie werden nicht alt“, sieht Bernd Hitschler einen andauernden Effekt.

Ein weiterer positiver Effekt: „Wir denken in Zielgruppen. Mit diesem Format erreichen wir jüngere Zielgruppen, die nicht zu einer Veran­staltung kommen würden“, so Stadtarchivar Udo Holzenthal.

Diese Youtube­-Produktionen sollen in 2021 fortgesetzt werden, „nächstes Jahr wollen wir andere Aspekte aufgreifen, etwas die Heiligen-­Kapellen und Wege­-Kreuze rund um Willich“, meint er. Weiteres Ziel sei es, neben dem Profi Sven Post auch Laiendarsteller als Statisten oder mit Sprechrollen einzubinden.

VERANSTALTUNGEN VERSCHOBEN

Einige der für dieses Jahr geplanten Veranstaltungen wolle das Kulturteam in das nächste Jahr verschieben, wie etwa das große Chor­-Event oder die Zapfenstreiche mit den Schützen. Dabei bleibe aber die Entwicklung abzuwarten, so Hitschler. Gut funktioniere der­zeit auch das Benefiz­-Projekt „Vier Köche für Willich“ oder die Kunstausstellung. „Es ist gut, dass einiges geht, schade, dass einiges ausfällt“, so das Fazit.

KULTURPROGRAMM UND SCHLOSSFESTSPIELE 2021

Die Vorbereitungen für die Kulturveranstaltungen im kommenden Jahr laufen – eben unter Berücksichtigung der veränderten Rahmen­bedingungen. Die Stadt möchte Veranstaltungen in allen Sparten, die das bisherige städtische Programm umfasste, auch im nächsten Jahr durchführen. Es werde mit weniger Besuchern gerechnet, aber das sei akzeptiert, „der Kämmerer sagt auch, Kultur darf nicht sterben“. Auch das Kultur-­Highlight im Willicher Sommer, die Schlossfestspiele, „kriegen wir unter Corona­-Bedingungen hin“, so Hitschler. Lüftung sei auf der Bühne kein Problem, es gehe darum, die Abstände einzu­halten. Intendant Jan Bodinus möchte das eigentlich für dieses Jahr vorgesehene Programm im nächsten Jahr vorstellen. Details dazu wurden bei einem Pressetermin kurz nach Redaktionsschluss dieses Heftes präsentiert.

Außerdem wird es im nächsten Jahr ein eigenes Programm in der neuen Stadtbibliothek in Schiefbahn geben.

DIE „KULTUR­KÖPFE“

Das Kulturteam der Stadt besteht aus Astrid Kottal, Bärbel Blomen (Vertretung der Geschäftsführung der Schlossfestspiele). Jutta Saum, Katrin Ruelfs und Eva Beier.