Foto: Stadt Willich

In keiner anderen Sprache tauchen so viele jiddische Begriffe auf wie in der deutschen Sprache. Ein Beispiel: „Massel gehabt“ oder „sich aus dem Schlammassel gezogen“, bedeutet „Glück“ oder aus dem „schlimmen Glück gezogen“. Kein Wunder: Im Jahr 2021 leben Jüdinnen und Juden nachweislich seit 1700 Jahren in Deutschland, haben das Leben und unsere Sprach geprägt. Dieses 1700-Jahre-Jubiläum war Ausgangspunkt für die Veranstaltungsreihe „Mentsh“, mit der jüdisches Leben in Deutschland sichtbar und erlebbar gemacht werden soll – so auch mit dem Vortrag „Hals- und Beinbruch – Jiddisch für Kurzentschlossene“, der am Samstag, 9. Oktober, ab 19 Uhr in der Motte Schloss Neersen zu erleben sein wird.

Es wird sehr unterhaltsam: Schriftsteller Frank Schablewski wird Redewendungen entschlüsseln, Zusammenhänge zum jiddischen Hintergrund herstellen und die Schönheit der Sprachen erkunden. Apropos: Der auf den ersten Blick eher unfreundlich klingende Wunsch „Hals- und Beinbruch“ leitet sich übrigens am vom jiddischen Begriff „Hatzlacha ve berucha“ – Erfolg und Segen für das Gelingen eines Unternehmens“ ab. Gewusst?

Schablewski verfasste zahlreiche Gedichte und Essays zur Kunst, die in Anthologien, Literaturzeitschriften und Katalogen veröffentlicht wurden und nahm an mehreren Literaturfestivals teil. Den musikalischen Rahmen gestaltet Alex Jacobowitz, ein wahrer Meister seines Instruments – der Marimba, die zur Familie der Xylophone gehört. Alex Jacobowitz begann als Straßenmusiker in seiner Geburtsstadt New York, ehe er in den 90er Jahren nach Europa kam und hier seitdem regelmäßig Solo-Konzerte auf seinem drei Meter breiten Instrument gibt.

Der Eintritt ist frei, aus organisatorischen Gründen muss aber eine Reservierung beim städtischen Kulturteam (02154 / 949132) erfolgen.