Foto: privat

Es geht darum, Kleinkindern im Township Mfuleni in Kapstadt einen Zugang zu Bildung und einer besseren Lebensqualität zu ermöglichen: Vor zehn Jahren hat die Architektin Verena Grips, die selbst früher in Kapstadt gearbeitet hat, den Verein „Matchbox“ gegründet.

Der Verein unterstützt informelle Kindertagesstätten in dem Township, das zu den älteren rund um Kapstadt gehört und geprägt ist von der Kultur der Xhosa. „Gemeinsam mit den Communities gestalten wir ein positives Umfeld, in dem sie eine positive Kindheit erleben können“, schildert Verena Grips.

Es geht darum, Kleinkindern im Township Mfuleni in Kapstadt einen Zu­ gang zu Bildung und einer besseren Lebensqualität zu ermöglichen: Vor zehn Jahren hat die Architektin Verena Grips, die selbst früher in Kapstadt gearbeitet hat, den Verein „Matchbox“ gegründet. Der Verein unterstützt informelle Kindertagesstätten in dem Township, das zu den älteren rund um Kapstadt gehört und geprägt ist von der Kultur der Xhosa. „Gemeinsam mit den Communities gestalten wir ein positives Umfeld, in dem sie eine positive Kindheit erleben“, schildert Verena Grips.

KITAS AUFWERTEN

Die Kitas sind wegen Geldmangels in einem schlechten Zustand; mit Eltern, Betreuerinnen und Nachbarn arbeitet Matchbox am Aufbau von kinderfreundlichen sowie ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Spiel­ und Lernräumen. Ein Element sind umgebaute Schiffscontainer, die zu Spielräumen, Koch­ und Sanitäranlagen umgebaut werden. Sie sind jederzeit gut temperiert, bieten Tageslicht, Frischluft und lassen sich beliebig arrangieren, erweitern oder umsetzen.

„Parallel zur räumlichen Aufwertung leistet unser qualifiziertes Team Gesundheitsvorsorge sowie pädagogische Förderung und begleitet traumatisierte oder entwicklungsgestörte Kinder auf dem Weg der Hei­lung“, so Grips. Auch die Betreuerinnen werden geschult, die Eltern über Selbsthilfe in der Erziehung ihrer Kinder, über Gesundheitsvorsorge oder Krankheiten wie HIV, Tuberkulose, Alkohol­ und Drogensucht sexuellen Missbrauch, häusliche Gewalt, Traumabewältigung… informiert.

Die Zusammenarbeit mit den Kitas wird gründlich vorbereitet: Die Betreue­ rinnen, Nachbarn und Eltern sind von Beginn an involviert und verste­hen, dass die Entwicklung in ihrer Hand liegt und Matchbox sie dabei unterstützt. Das ermutigt die Menschen enorm und steigert das Ge­meinschaftsgefühl, sie erleben die Entwicklung nicht nur innerhalb der Kita, sondern erleben den Zusammenhalt innerhalb ihrer Community. Dieser Prozess bewirkt eine starke Identifikation der Menschen mit unserem gemeinsamen Pro­jekt, sie sind stolz und stel­len sich geschlossen und entschlossen den Heraus­forderungen. Durch die qualitative Betreuung in den Kitas, aber auch durch das gesteigerte Bewusstsein der Eltern für die familiäre För­derung entfalten die Kinder ihre Talente, wachsen auf kognitiver, physischer, sozialer Ebene und erleben die Kitas als sichere, positive Orte.

CORONA VERÄNDERT DIE SITUATION

Der Lockdown zur Bekämpfung der Corona­Pandemie hat die Arbeit von Matchbox verändert: Seit 27. März sind die Kitas geschlossen, die Menschen müssen zu Hause bleiben und können ihre meist Tagelöh­ner-­Jobs nicht mehr ausüben. Matchbox hat daher ein System zur Versorgung der rund 500 Kita­Kinder mit Grundnahrungsmitteln auf­ gebaut:

Das Team verteilt zweiwöchentlich Pakete mit Reis, Bohnen, Linsen, eingelegtem Fisch, getrockneten Früchten, etc. „Jede Vertei­lung von Nahrungspaketen hat etwa 14.300 Mahlzeiten generiert“, nennt Verena Grips eine Zahl zur Veranschaulichung. In den nächsten Wochen werden die Kitas unter hohen Hygiene­ und Gesundheitsauf­lagen wieder öffnen. Daher bereite der Verein sich aktuell wieder intensiv auf die Versorgung der Kinder in den Kitas mit gesunder Nahrung, Vorschultraining und medizinischer Betreuung vor.

INFO:

Matchbox ist in Kapstadt als ‚non­profit‘ und ‚public­benefit‘ Organi­ sation registriert und hat damit den Status eines eingetragenen Ver­eins. Das fünfköpfige Team vor Ort besteht deckt die Projekt­Leitung ab sowie die pädagogische, psychologische und medizinische Beglei­tung der Kinder in den Kitas.

Während der Arbeit hat die Organisation enge Partnerschaften zu sechs Kitas aufgebaut (von denen allerdings zwei Kitas aus familiären Gründen geschlossen wurden) und wachsen gemeinsam an den Aufgaben. Im nächsten Jahr wird eine weitere Kita in unser Programm aufgenommen. „Nach zehn Jahren Zusammenarbeit mit den Communities können wir eine klare Verbesserung der Lebensumstände vieler Kinder beobachten. Wir sind dankbar für die warmherzige und vertrauensvolle Zusammenar­beit mit den vielen großartigen, lebensfrohen und couragierten Menschen in Mfuleni und wünschen uns, noch viele weitere Kinder ‚empowern‘ zu können“, zieht Verena Grips ein Zwischenfazit.

Matchbox sammelt für die Arbeit Spenden und hat zum Beispiel in diesem Jahr eine finanzielle Unterstützung vom Zonta­-Club Krefeld erfahren. Infos und Spendenkonten auf www.matchbox­africa.com