Mensch, Willich ist ein Dorf…!? 02/2016

dk_willich-erleben
Foto aus dem Projekt "Humans of Willich" by YAMEL

Willich erleben: Herr Kamper, wie war das Feedback auf die erste Ausgabe?
Daniel Kamper: Diese zweite Ausgabe in Ihren Händen bedeutet: Es sind die ersten zwei Monate vergangen. Zwei Monate, in denen es sehr viel positives Feedback zur ersten Ausgabe gegeben hat. Viele Gespräche, viele Anrufe und E-Mails, in denen sich die Leser über den breit gefächerten Inhalt sehr gefreut haben. Was mich auch beeindruckt hat, waren die vielen E-Mails und Postkarten, die bei uns zum Rätsel eingegangen sind. Für mich eine tolle Bestätigung! Es war richtig, den Schritt mit Willich erleben in die „Offl ine-Welt“ zu gehen.

Willich erleben: An dieser Stelle wollen wir den Lesern in Zukunft immer einen kleinen Rückblick geben, was auf der Internet- und Facebook-Seite von Willich erleben die Menschen in unserer Stadt besonders bewegt hat. Welche Themen wurden denn kontrovers diskutiert?
Daniel Kamper: Wir sollten vielleicht nach Stadtteilen unterscheiden. Fangen wir mit Willich an. Es gab auf der Facebook-Seite ein Posting mit der Überschrift „Der schönste Po in ganz Willich?“ Es ging um ein Foto der neu aufgestellten Skulptur auf dem umgestalteten Kaiserplatz. Kunst gefällt oder auch nicht, darüber kann man nur schwer streiten. Ein heftiger Streit entbrannte aber sehr schnell über die Kosten dieser Skulptur. Es könnte ja nur so sein, dass diese durch die von der Stadt verhängten Knöllchen für falsches Parken am Kaiserplatz fi nanziert wurde. Andere vermuteten ernsthaft, das die Kindergartengebühren extra für diesen Zweck angehoben worden. Beides ist natürlich nicht richtig. Die Kulturstiftung der Sparkasse hat diese Installation auf dem neuen Kaiserplatz fi nanziert – gestiftet halt. Wir Willicher sollten, meiner Meinung nach, glücklich sein um jedes Engagement, das es in unserer Stadt gibt. Ob sich eine Kulturstiftung, ein Schützenverein, eine Sportgruppe oder eine Privatperson engagiert.

Willich erleben: Welche Themen waren aktuell in Anrath und Schiefbahn?
Daniel Kamper: Es ist fast wie ein Reflex. Ein Hubschrauber am Himmel über Anrath oder Schiefbahn – dann dauert es nur Sekunden, bevor die Frage nach dem Wieso, Weshalb und Warum auftaucht. Die einfachste Antwort wäre wohl in der Regel: „Weil er es kann“. Aber die neugierigen Fragesteller sind damit natürlich nicht zufrieden. Erstaunlich oft findet sich dann doch, nach einiger Zeit, eine fundierte Antwort. Ganz oft sind es Schulungsflüge einer Flugschule des nahegelegenen Verkehrslandeplatzes Mönchengladbach. Bei einem Polizeihubschrauber über Anrath fürchtet die Anrather Facebook-Gemeinschaft reflexartig einen Ausbruch aus der dortigen Justizvollzugsanstalt. Das Vertrauen in die dortige Sicherheit scheint nicht all zu groß zu sein. Alles getoppt hat allerdings ein Hubschrauber, der direkt an mehreren Tagen und mehrere Stunden über dem Stadtgebiet kreiste. Es hat ein wenig gedauert, aber auch hier haben viele Facebook-Nutzer des Rätsels Lösung gefunden. Es ging um (selbstfahrende) LKW auf der Autobahn A52. Himmel und Erde haben also oft mehr miteinander zu tun, als man meint.

Willich erleben: Ein Neersener Thema?
Daniel Kamper: Das kulinarische Angebot im kleinsten Stadtteil scheint Nachholbedarf zu haben. Mehrmals die Woche taucht die Frage auf, ob der geplante Dönerladen bereits geöff net hat, meistens pünktlich zu den Essenszeiten. Die Frage scheint bisher aber niemand endgültig beantworten zu können. Er sollte aber bald öffnen, so die einhellige Meinung. Aber die Neersener sind kreativ und hilfsbereit. Den hungernden Fragestellern wurden diverse andere kulinarische Verkostungsstellen im Stadtteil angeboten.