Mensch, Willich ist ein Dorf…!? 03/2016

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Foto aus dem Projekt "Humans of Willich" by YAMEL

Willich erleben: …aber ist es auch (noch) unser Dorf?
Daniel Kamper: In den Tagen, bevor diese dritte Ausgabe unseres Magazins in Druck ging, konnte man diese subtile Frage auf Facebook des Öfteren lesen. Ein Grund: Es hatte in der Nacht auf den 21. Mai zwei Brände in Alt-Willich gegeben. Dabei würden insgesamt 11 Autos, ein Carport und mehrere Müllcontainer Opfer der Flammen. Schnell hörte man in den Sozialen Netzwerken Stimmen, die sagten: „Das gab es noch nie in Willich“, „Das war‘s dann endgültig mit dem schönen Willich “ oder „Ghetto Willich“. Natürlich ist so ein Ereignis eine unschöne Sache, die große Sorgen hervorruft, und keine schöne Veränderung in unserer Stadt – aber andererseits: Natürlich verändert sich „unser Willich“ ständig – im Grunde täglich. Und das ist auch gut so. Keiner der heutigen Willicher wünscht sich wohl das Willich von vor 100, 200 oder 1.000 Jahren zurück. Von daher ein klares Ja auf diese Frage: Die Stadt Willich ist unser Dorf. Ich glaube fest, dass man sich auch mit der heutigen Stadt Willich, in der eben – genau wie im Mittelalter – nicht alles rosarot ist, voll und ganz identifizieren kann.

Willich erleben: Wie identifizieren sich Willicher als Willicher?
Daniel Kamper: Seit der Schließung des Krankenhauses gibt es fast keine geborenen Willicher mehr, über den wirklichen Geburtsort also eher nicht. Aber jeder, der hier, wie ich, aufgewachsen ist, macht dies wohl an einem sehr individuellen Gefühl fest. Ich bin Willicher, weil ich hier (mit kurzer zwischenzeitlicher Auszeit) wohne. Meine Familie und die meisten meiner Freunde kommen von hier oder leben hier. Ich arbeite hier, ich engagiere mich hier in der Stadt.

Willich erleben: …Eckpfeiler in der Heimat?
Daniel Kamper: Alleine im Zeitraum dieser Ausgabe finden vier Schützenfeste statt. Alle ganz verschieden in ihrer Art und Weise – aber alle sehr identitätsstiftend für die Bürger im eigenen Ortsteil. Klar, kein Schützenfest ist schöner als das eigene, vor allem nicht für die aktiven Teilnehmer. Für Andere ist es der Sportverein, in dem sie seit jungen Jahren aktiv sind. Für die Nächsten ist es die Straßengemeinschaft. Überhaupt, ich glaube, das Gefühl „Heimat“ wird vor allem durch die Leute um einen herum bestimmt.

Willich erleben: Wissen die Willicher, wer sie sind?
Daniel Kamper: Die meisten kennen wohl ihre Familie, Freunde und direkten Nachbarn ganz gut. Auch der Schützenbruder, der Bekannte aus dem Sportverein oder die Kassiererin ist niemand ganz Unbekanntes. Aber wer sind die Anderen? Um dies heraus zu finden, empfehle ich jedem Leser den Besuch folgender Internetseite: www.wir-sind-willich.de

Willich erleben: Wie können Neu-Bürger denn Willicher kennen lernen?
Daniel Kamper: Eigentlich ganz einfach: Besuchen Sie die Veranstaltungen in der Stadt. Jetzt zum Beispiel die Veranstaltungen der Schützenvereine. Sprechen Sie die Mitglieder der Vereine an, denn gerade die Schützenvereine bieten da eine große Plattform, ob bei Großveranstaltungen wie der ASV-Eröffnungsveranstaltung im Konrad-Adenauer-Park oder bei den Schützenfesten in den anderen Stadtteilen oder Honschaften. Es gibt dabei reichlich Gelegenheiten Kontakt zu und mit anderen Bürgern zu knüpfen. Natürlich auch in den Sportvereinen: Der Stadtsportverband hat auf seiner Internetseite www.ssv-willich.de alle Sportvereine der Stadt mit Kontaktadressen aufgelistet.