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Quartiersentwicklung? Häh!? Was ist das denn? Entwicklungshilfe für Schiefbahn? Quartier? Und warum nur Schiefbahn? Und was geht mich das an?
Diese und ähnliche Fragen tauchen bei Gesprächen und Interviews mit Schiefbahner Bürgerinnen, Bürgern, Vereinen und anderen Akteuren immer wieder auf. Zugegeben: Der Begriff ist etwas sperrig, aber er hat es in sich: Vor allem geht es darum, Schiefbahnerinnen und Schiefbahner selbst bestimmen zu lassen, welche Themen in ihrem Stadtteil wichtig sind.

Doch der Reihe nach:  Der Ansatz zur Quartiersentwicklung, wie sie hier verstanden wird, wurde vom Kuratorium Deutsche Altershilfe  (KDA) entwickelt und vom Land aufgegriffen: Da wir – Stichwort „Demographischer Wandel“ –  immer weniger, immer älter und immer bunter werden, bedarf es neuer Ideen, wie unsere Zukunft geplant werden soll. Und die Quartiersentwicklung hat die ältere Generation im Fokus, bezieht sich aber immer auf alle Generationen und Menschen, die in einem Quartier leben. Leitfrage: Was braucht es, damit alle Menschen in ihrem „Zuhause“ und ihrer vertrauten Umgebung leben können, auch wenn sie älter und damit vielleicht hilfe- oder pflegebedürftig werden? Entwickelt werden soll das Lebens- und Wohnquartier, kurz gesagt, eben unser „Zuhause“.

Der Sozialausschuss der Stadt Willich hat Anfang 2015 einen Grundsatzbeschluss zur Quartiersentwicklung in allen Ortsteilen gefasst. Grundlagen zur Umsetzung sind das bereits erstellte Rahmenkonzept „Miteinander leben und altern in Willich“ und der von der Landesregierung erstellte „Masterplan altengerechte Quartiere“. Dieser beinhaltet vier wesentliche Handlungsfelder, die allerdings erweitert werden können:

Handlungsfeld „sich versorgen“ 
„Wohnungs- haushalts- und personenbezogene Versorgungssicherheit als Voraussetzung für ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben und Wohnen, auch für Menschen, deren Aktionsradius kleiner wird (alles in Pantoffelnähe).“

Handlungsfeld Wohnen 
„Altengerechte Wohnangebote bedarfsgerecht ausbauen“

Handlungsfeld „Gemeinschaft erleben“ 
„Solidarisches und intergeneratives Miteinander fördern“

Handlungsfeld „Sich einbringen“ 
„Partizipation ermöglichen – Bürgerinnen und Bürger sind selbst Beteiligte bei der Erarbeitung von Quartierskonzepten und damit bei der Entwicklung ihres Quartiers.“

Im kleinsten Stadtteil Neersen hat sich bereits ein Netzwerk unter diesen Aspekten gebildet (zentrale Anlaufstelle ist die Begegnungsstätte). Mitte 2016 benannte der Sozialausschuss den Stadtteil Schiefbahn als nächsten Standort zur Umsetzung, später sollen Anrath und Willich folgen.

Damit das Netzwerk Schiefbahn entstehen und sich entwickeln kann, stehen nun einige Schritte an: Ein Schritt war die Bildung einer Lenkungsgruppe, die den Prozess steuert – bestehend aus Mitgliedern der im Rat vertretenen Fraktionen, der Verwaltung, dem Seniorenbeirat und zahlreichen Akteuren aus dem Ortsteil Schiefbahn, wie Kirchengemeinden, Wohlfahrtsverbänden, Vereinen und Ehrenamtlern. Weiterer Schritt: Es konnten Landesmittel für eine hauptamtliche Stelle, die den Prozess vor Ort begleiten wird, für drei Jahre bis 2020 gesichert werden. Der nächste und wichtigste Schritt ist die Beteiligung derjenigen, die es betrifft und die am besten wissen, was in ihrem Lebensumfeld bereits vorhanden ist und was noch fehlt und verbessert werden muss: die Bürgerinnen und Bürger.

Dazu gibt es jetzt für alle die Chance, selbst an der Gestaltung von Gegenwart und Zukunft mitzuwirken – den Auftakt macht eine Bürgerinformationsveranstaltung am Donnerstag, 16. November, ab 18.30 Uhr in der Kulturhalle.  Projektkoordinatorin Bärbel Blomen 0 21 54 – 949 653, E-Mail baerbel.blomen@stadt-willich.de) vom Geschäftsbereich Jugend und Soziales: „Kommen Sie, machen Sie mit – bringen Sie Ihre Wünsche und Themen für den Stadtteil Schiefbahn mit – zur Auftaktveranstaltung und später zu den Bürgerwerkstätten am 18. Januar und 22. Feburag – und alle können auch gerne Familie, Freunde und Nachbarn mitbringen!“

Das Team um Bärbel Blomen hat natürlich kostenlose  „Eintrittskarten“ als Infoträger entworfen. Quasi Eintrittskarten (unser BiId) in die Mitgestaltung der Schiefbahner Zukunft, auf denen unter anderem alle Termine zusammengefasst sind. Die sind bald an vielen Stellen zu bekommen – aber natürlich kann man auch ohne entsprechende „Eintrittskarten“ zu den Terminen kommen.