Obsthof Mertens: eine Pflaumenplantage entsteht

Pflaumen-Obsthof-Mertens

In diesem Jahr gibt es in den Hofläden des Obsthof Mertens zum ersten Mal auch Pflaumen von den eigenen Plantagen. Damit ist das Ziel eines mehrjährigen „Wachstumsprojektes“ erreicht – den so eine Plantage entsteht nicht von heute auf morgen. Obstbaumeister Frank Mertens hat wegen der vielen Kunden-Nachfragen schon vor rund vier Jahren mit den ersten Arbeiten angefangen um jetzt ausreichend Pflaumen anbieten zu können.

Die Pflaumenplantage ist auf einer rund 0,5 Hektar großen Fläche am Meerbuscher Obsthof aufgebaut worden: Im Frühjahr 2015 wurden die jungen Bäume verschiedener Sorten gesetzt – insgesamt rund 700 Bäume der Sorten Herman, Katinka, Opal, Cacaks Schöne, Topfive, gelbe Mirabellen, Hauszwetsche und Presenta.

Die Jungbäume hat Mertens von Aufzucht-Betrieben gekauft und jeweils in einem Abstand von vier mal zwei Meter in den Boden gesetzt: „Das ist ein größerer Abstand als bei Apfelbäumen, muss aber sein, weil die Kronen breiter und höher werden als beim Apfel“, erklärt der Obst-Experte. Die veredelten Pflaumenbäume erreichen eine Höhe von ca. 4 Meter – 2018 sind sie bereits 3,5 Meter hoch. Im ersten Jahr waren die Bäume noch damit beschäftigt, Wurzelwerk in der Erde zu entwickeln, sich zu stabilisieren und erste Triebe zu entwickeln, „das bedeutet viel Stress für den Baum. Nach der Blüte waren zwar Früchte entstanden, die hat der Baum aber abgeworfen. Wir haben nur einen kleinen Pflanzschnitt vorgenommen, um dem Baum einen besseren Wuchs zu ermöglichen“, fasst Mertens den ersten Sommer zusammen.

Im Herbst 2015 wurden die ersten Triebe „formiert“ – das bedeutet, sie wurden etwas höher gebunden als in der Waagerechte. Auch das ist ein Unterschied zu Trieben von Apfelbäumen, die etwas unterhalb der Waagerechte gebunden werden – beides bedingt durch die unterschiedliche Wurzelstruktur. Im April 2016 haben die Bäume dann zum zweiten Mal geblüht, „die Blütezeit verlief gut und ohne Nachtfröste, sodass wir keine Probleme hatten. Der Ertrag war aber noch nicht so gut, dass ein Vermarktung wirklich in Schwung kam“, so Mertens. 2017 verhinderte der Blütenfrost im Frühjahr, dass sich Früchte bildeten – dafür wird 2018 wohl umso besser. Es gab keinen Frost während der Blüte und der Mangel aus 2017 hat positive Folgen für 2018. Denn bei Kern- und Steinobst gibt es eine sog. „Alternanz“: Die Fruchtkern /-steine eines Jahre führen zu einer gesteigerten Hormon-Produktion im Baum, die wiederum im Folgejahr die Ausbildung der Blüten reduziert. Ergo: Blütenfrost / geringe Pflaumenzahl in 2017 führten 2018 zu einer sehr guten Blüte – und die Witterung danach zu einem guten Reifeprozess der diesjährigen Früchte.

Die Perspektive der Bäume in Meerbusch: „Die tragen jetzt jedes Jahr, bis ich in Rente gehe. Dann wird es nach 25 Jahren Zeit, sie zu fällen und neue zu pflanzen“, lacht Frank Mertens.