Parallel zu den Schlossfestspielen: Theater trifft Skulptur 2018

Zeit für Table Dance
Foto: Stadt Willich

Das Kooperationsprojekt von Kulturteam und Schlossfestpielen „Theater triff Skulptur“ geht in die zweite Runde. War es letztes Jahr Stein, so flankieren in diesem Jahr während der Festspiele Stahlskulpturen von Sandro Antal den Weg rund um Schloss Neersen.

Sandro Antal fertigt seine Arbeiten überwiegend aus Stahl und schafft auf diese Weise eine Verbindung zum Ruhrgebiet als bedeutender Standort der Schwerindustrie. In seinen Metallskulpturen ist aber auch die Kraft eingeschrieben, die zur Verarbeitung des Materials nötig ist. Arbeits- und Verfahrensspuren legen davon sichtbar Zeugnis ab. Zudem steht Metall für Dauerhaftigkeit, Stabilität und Schwere. Das sind Eigenschaften, mit denen Sandro Antal bisweilen spielt, indem er einige seiner Skulpturen unvermutet in fragilen Balancen hält.

So etwa seine eher spielerischen auf Archimedes bezogenen Arbeiten „Gib mir einen Punkt“ aus schlichten Metallwürfeln oder seine von Naturformen inspirierten „Wandersteine“, die er gegen die Gesetzte der Schwerkraft aufbaut. Die Wandersteine, die bereits in Tokyo, Heidenheim, im Düsseldorfer mkp und im niederländischen ’s-Hertogenbosch zu sehen waren, sind verwandt mit den Eisensteinen, mit denen Sandro Antal den Platz vor dem Polizeipräsidium in Bonn-Duisdorf und die Skulpturenwiese an der Rottmannsiepe in Gelsenkirchen Buer gestaltete.

Wie bei der Wahl des Werkstoffes entlehnt Sandro Antal auch seine Formen dem direkten Lebensumfeld: Zum einen sind es organische Gebilde nach dem Vorbild der Natur, die er wie bei „Rolling Sun“ für Düsseldorf und Gelsenkirchen oder „Sonne über Düsseldorf Rath“ für Willich teils auch hochglänzend farbig fasst und ihnen gleichsam eine farbige Aura verleiht, die optisch die äußeren Grenzen der Plastik zum Raum verschleift. Zum anderen setzt er wie bei der hochaufragenden „Trophäe“ Metallteile aus dem Industriekontext kollageartig zu neuen Gebilden zusammen, die dann aber doch auch an Vertrautes erinnern. Humor spielt bei allen Arbeiten von Sandro Antal eine große Rolle. Die Titel spielen mit geläufigen Sprichwörtern und Redewendungen und weisen dem Betrachter die grobe Richtung, um sich in die skulpturalen Fantasien einzudenken.

Sandro Antal, geboren in Budapest (Ungarn), ist gelernter Schildermaler und Werbegrafiker. Nach seiner Flucht aus Ungarn besuchte er von 1974 bis 1981 die Kunstakademie Düsseldorf, an der er zwischen 1981 und 1985 als Lehrbeauftragter für Metallbildhauerei tätig war. Von 1986 bis 1989 arbeitete er als Lehrbeauftragter für die Universität-Gesamthochschule Essen. Im Jahr 1993 war er Gastprofessor an der FH Aachen. 1996 leitete er einen Workshop des Goethe-Institutes auf Lagos in Nigeria. Seine Skulpturen findet man im öffentlichen Raum u.a. Bonn, Darmstadt, Düsseldorf, Gelsenkirchen, Heidenheim an der Brenz, Herne und Remscheid. Sandro Antal lebt und arbeitet in Düsseldorf.

10. Juni bis 2. September
Vernissage: Sonntag, 10.Juni, 11 Uhr
Schlossinsel, Schloss Neersen

BITTE BEACHTEN SIE, DASS DER SKULPTURENWEG ZWAR ÖFFENTLICH ZUGÄNGLICH IST; WÄHREND DER VORSTELLUNGEN ABER NUR MIT THEATERKARTE BESUCHT WERDEN KANN.

Schloss Neersen, Hauptstr. 6, 02154-949-628, täglich von 8 bis 20 Uhr,
Ausstellungseröffnung: So 10.6.2018, 11 Uhr