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„Wir handeln im Auftrag des Willicher Rats und in diesem Fall besonders auf Initiative der für Anrath zuständigen Ratsmitglieder“: Die Grundstücksgesellschaft der Stadt Willich (GSG) hat ein neues Projekt in Anrath gestartet, erklärt deren Geschäftsführer Willy Kerbusch. Die GSG ist jetzt Eigentümerin der ehemaligen Gaststätte Jean Schmitz direkt am Markt.

In der Vergangenheit hatte es Diskussionen um die Zukunft des denkmalgeschützten „Schultheißenhauses“ (erbaut 1625) zwischen der Stadt / Denkmalbehörde und der Erbengemeinschaft gegeben. „Es gab eine Genehmigung zur Nutzung als Hotel für Wanderarbeiter. Das passt aber nicht in das Konzept zur Belebung der Ortszentren“, so Kerbusch. Derzeit prüfe die GSG, wie das historische Gebäude wieder für eine Nutzung im gastronomischen Bereich vorbereitet werden könne. Der GSG Aufsichtsrat wünsche sich eine Gestaltung mit einem Außenbereich, weil es dafür wenig Möglichkeiten in Anrath gebe, schildert der GSG-Geschäftsführer. Eine Grundlage dafür ist gegeben, denn die Kontakte zu den Brauereien bestehen weiterhin und es gebe Überlegungen für eine gemeinsame Entwicklung. „Alternativ können wir uns auch vorstellen, das Gebäude weiter zu verkaufen, dann aber dem Eigentümer Auflagen zu machen, damit die Nutzung zur Anrather Innenstadt passt“, sieht Kerbusch eine weitere Perspektive.

Alleeschule zurückgekauft

Auch einen Steinwurf weiter ist die GSG tätig: rund um die ehemalige Alleeschule. Nachdem die Stadt das komplett sanierte Gebäude zurückgekauft hatte, ist es für eine Nutzung als Privatschule vermietet worden. Allerdings kann die GSG den Toilettenbereich im Untergeschoss zum Beispiel bei Veranstaltungen auf dem Vorplatz nutzen. Die Stadt kann sich zum Beispiel kleine Spezialitäten-Märkte oder Vereinsaktivitäten dort vorstellen.

Durchhaltevermögen beweist die GSG beim Thema Vollsortimenter für Anrath: Sie hat mehrere Grundstücke erworben, die perspektivisch den Bau eines Vollsortimenters ermöglichen sollen. „Im vorderen Bereich der Jakob-Krebs-Straße haben wir ein weiteres Haus gekauft, um einen Durchgang von der Fußgängerzone zum Parkplatz auf dem Sand zu ermöglichen“, schildert Kerbusch. Um weitere Parkprobleme im Ortskern zu lösen, soll ein Grundstück an der Bogenstraße in das Projekt einbezogen werden. „Die Stadtplanung kann jetzt auf dieser Grundlage arbeiten“, meint er.

Perspektive Münchheide V

In ganz anderer Hinsicht erfreut ist Kerbusch über ein anderes Ergebnis: Bei den archäologischen Untersuchungen auf den Flächen, die für das Gewerbegebiet Münchheide V vorgesehen sind, haben die Wissenschaftler vielfältige Erkenntnisse zur Besiedlung dieser Fläche in der Eisenzeit, ca. 200-400 Jahre v. Chr., gewonnen. „Wir haben bewusst zeitlichen Spielraum für die Wissenschaftler gelassen, um die Fläche umfassend zu untersuchen und zu dokumentieren. Auch diese Funde gehören zur Geschichte der Stadt Willich und sind wichtig“ meint Willy Kerbusch. Nach dem Ende der Ausgrabungen laufen jetzt die Ausschreibungen für die Versorgungsleitungen unter der A44. Die Rechtskraft des Bebauungsplans erwartet er Ende 2021/Anfang 2022.