Im Jahr 1988 besuchte Käthe Franke ein Sportfest an der Pappelallee. Foto: Stadtarchiv

Käthe Franke wurde 1923 als Tochter des Hammerschmieds Adam Reinartz und dessen Frau Franziska Hagen in Krefeld geboren, ihr Onkel betrieb auf der Schulstraße eine Druckerei. Sie wuchs in Willich auf, besuchte hier die Volksschule und dann die Kaufmannsschule in Krefeld. 1939 nahm sie ihre erste Tätigkeit bei der Krefelder Samtunion auf, von dort wechselte sie als Stenotypistin zur Firma Stockhausen & Cie. Es folgten die Einberufung zum Reichsarbeitsdienst und eine Anstellung als Stenotypistin beim Arbeitsamt Krefeld.

Nach der Heirat am 26. Juli 1944 folgte sie ihrem Mann Ehrhard Franke nach Zwickau. 1946 kam sie nach Willich zurück und zog in den folgenden Jahren ihre vier Töchter auf. 1965 stieg sie als kaufmännische Angestellter beim Stahlwerk Böhler wieder ins Arbeitsleben ein.

1969 wechselte sie zum Landesstraßenbauamt Krefeld. Seit dem 1. April 1971 arbeitete sie als Sekretärin bei der Stadt Willich. Diese Anstellung gab sie 1975 auf, als sie ein Mandat im Willicher Stadtrat erlangte.

POLITISCHE LAUFBAHN

1972 trat sie der CDU bei. Bereits 1975 wurde sie Vorsitzende der Kreisfrauenvereinigung, Mitglied im Stadtrat und Vorsitzende des Kulturausschusses. 1979 wurde sie als Nachfolgerin von Hans Lamers zur Bürgermeisterin gewählt und in diesem Amt zweimal bestätigt. Ihr Engagement galt zum einem den sozial Schwachen, zum anderen der Kultur, so war sie von Beginn an eine der größten Befürworter der Schlossfestspiele.1981 nahm Käthe Franke als Ehrengast an der traditionellen Steuben-Parade in New York teil, wo sie u.a. den späteren Bundespräsidenten von Weizsäcker kennenlernte. Organisiert hatte die Reise die Handwerkskammer Köln auf Anregung des Willicher Bäckers Hans Kuhlen. Im Oktober organisierte sie ein Treffen sämtlicher nordrhein-westfälischer Bürgermeisterinnen.

Am 14. September 1993 wurde sie zum Empfang des japanischen Kaisers Akihito in die Düsseldorfer Tonhalle eingeladen. Zur Kommunalwahl 1994 trat sie nicht mehr an. Dafür leitete sie den erstmals gewählten Seniorenbeirat der Stadt Willich und war erste Vorsitzende des Vereins Festspiele Schloss Neersen. Eine langwierige Krankheit zwang sie 1995 dazu, beide Ämter aufzugeben. Ihre letzten Lebensjahre verbrachte Käthe Franke im Schiefbahner Hubertusstift, wo sie 2012 verstarb. Am 13. Juli 2013 wurde an ihrem Grab auf dem Willicher Friedhof eine Ehrentafel enthüllt.

EHRUNGEN

Ihre erste Auszeichnung erhielt Käthe Franke am 10. Juni 1979: die Friedensmedaille der UNO. Am 15. Dezember 1993 wurde sie vom Stadtrat zur Ehrenbürgermeisterin ernannt. Die feierliche Übergabe der Urkunde erfolgte am 9. Dezember 1994. Eine besondere Auszeichnung erhielt Käthe Franke am 13. Juni 1995: auf Vorschlag der japanischen Gemeinde Willich wurde sie von General- konsul Inagawa mit dem „Orden vom Heiligen Schatz am Band, Gol- dene Strahlen“ ausgezeichnet, der nur wenigen Ausländern verliehen wird. Von Königin Elisabeth persönlich erhielt sie angesichts ihrer Verdienste um die deutsch-britische Freundschaft den Orden „Honorary Member of the Order of the British Empire“ Am 5. Juni 2001 er- hielt sie aus der Hand von Landrat Vollert das Bundesverdienstkreuz. Am 22. September 2001 erhielt sie für ihre Verdienste für die Städtepartnerschaft die Große Verdienstmedaille der Stadt Linselles.

CDU-Politikerin, Bürgermeisterin 1979 – 1994, Ehrenbürgermeisterin der Stadt Willich Geboren: 30. März 1923, Gestorben: 04. Juli 2012