Auch in Frankreich wurde über die Hinrichtung der räuberischen Brüder berichtet.

In der Historie der Stadt Willich bzw. ihrer vier Stadtteile gab es auch dunkle Stunden.

Raubmord an der Jakob-Krebs-Straße

Franz Josef Wirtz und sein sechs Jahre älterer Bruder Karl Theodor stammten beide aus Vorst. Franz Josef lebte in der Vennheide, zog aber im Sommer 1894 nach Lehe bei Bremerhaven, um dort wie sein Bruder eine Stelle als Erdarbeiter im Kanalbau anzutreten.

Im September 1894 kehrten die Brüder wieder in die Vennheide zurück. In der Nacht vom 28. auf den 29. September brachen sie in das Haus der Gebrüder Peter und Heinrich Rütters ein. Bei den beiden Opfern handelte es sich um Bäckermeister, bei ihnen rechneten sich die Täter wohl eine gute Beute aus.

Als sie von den Bewohnern bemerkt wurden, kam es zu einem Handgemenge, in dessen Folge beide Brüder Rütters erstochen wurden. Auch eine Schwester und ein Neffe der Brüder erlitten Verletzungen. Den Brüdern Wirtz gelang die Flucht, wobei die Beute gerade einmal acht Pfennige und eine Zigarre betrug.

Sorgfältige Ermittlungen

Bei einer vom leitenden Kriminalkommissar Verhülsdonk anberaumten Hausdurchsuchung bei den Gebrüdern Wirtz in der Vennheide wurde unter anderem ein Glaserdiamant gefunden, den die Diebe zum Schneiden von Fensterscheiben benutzt hatten. Franz-Josef Wirtz wurde umgehend verhaftet. Sein Bruder Karl Theodor war nach der Tat nach Lehe bei Bremerhaven zurückgekehrt und hoffte darauf, dort untertauchen zu können. Auf telegrafische Anweisung des Krefelder Staatsanwalts wurde er jedoch um gehend verhaftet.

Bei der Überführung des Karl Theodor Wirtz spielte dessen sechsjähriger Sohn eine Hauptrolle: Der an gereiste Kommissar Verhülsdonk konfrontierte ihn mit einem Tropenhelm, der am Tatort gefunden wurde. Daraufhin sagte der Junge, der gehöre doch dem Papa.

PROZESS IN DÜSSELDORF

Der Prozess gegen die beiden Brüder vor dem Schwurgericht Düsseldorf begann nur wenige Wochen später. Am 12. November wurden sie wegen schweren Diebstahls, Mordes, Mordversuchs und Raub versuchs zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 5. Juli 1895 auf dem Hof des neuen Gefängnisses an der Düsseldorfer Ulmenstraße durch den Scharfrichter Friedrich Reindel vollstreckt.

Auch in Frankreich wurde über die Hinrichtung der räuberischen Brüder berichtet.

Nebenbei bemerkt: Für Friedrich Reindel, einen der bekanntesten Scharfrichter Preussens, waren es die letzten beider seiner ins gesamt 212 Vollstreckungen. Anschließend ging er in Ruhestand.