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Willichs Bürgermeister Christian Pakusch neigt nicht unbedingt zu Pathos, aber die Tatsache, dass sich die Verwaltungsspitzen der Stadt Mönchengladbach, des Kreises Viersen, der Stadt Viersen und der Stadt Willich nach intensiven Beratungen auf eine unterschriftsreife Erklärung zur gegenseitigen Unterstützung bei Projekten im Schienennahverkehr geeinigt haben, hat ihn dann doch von einem „historischen Meilenstein“ sprechen lassen:

„Damit haben wir nach 25 Jahren endlich eine wesentliche Hürde in Sachen S 28 genommen. Damit ist der regionale Konsens, der bisher gefehlt hat und der von den entscheidenden Ministerien ja in der Vergangenheit verständlicherweise immer wieder angemahnt worden war, endlich erreicht.“

Beratung in den Gremien

Ein wesentlicher Bestandteil der Vereinbarung ist die Verlängerung der S 28 bis nach Viersen. Hierüber wurden in den vergangenen Monaten neue Beratungen zwischen den Partnerkommunen aufgenommen. In den vergangenen Wochen wurde die gemeinsame Erklärung abgestimmt. Sie kann nun in den jeweils zuständigen Gremien der Städte und des Kreises zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Über die Verlängerung der S 28 mit Endhaltepunkt im Bahnhof Viersen hinaus umfasst die Vereinbarung eine Reihe weiterer Projekte des Schienenpersonennahverkehrs am linken Niederrhein. Diese haben positive Effekte für die gesamte Region. Hierzu zählen unter anderem:

Die Beibehaltung der Linie RE 13 (Venlo-Viersen-Mönchengladbach-Düsseldorf-Wuppertal-Hamm) und die Sicherung der Anbindung der heutigen Haltepunkte mit dem gewohnten Takt bei einer Realisierung einer schnellen Schienenpersonenverbindung zwischen Eindhoven und Düsseldorf

Die Beschleunigung des RE8 zwischen Köln und Mönchengladbach sowie die Einrichtung einer zweiten S6 auf der Strecke durch Bau eines zweiten Gleises zwischen Rheydt Hauptbahnhof und Rheydt-Odenkirchen

Die Verlängerung der S8 über Mönchengladbach Hauptbahnhof bis Rheydt Hauptbahnhof beziehungsweise optional bis nach Erkelenz/Hückelhoven, verbunden mit einem zusätzlichen Haltepunkt im Bereich der Hochschule Niederrhein.

Die Beteiligten sind sich einig, dass die Projekte in ihrer Gesamtheit ein wichtiger Baustein für die Entwicklung des regionalen Schienenverkehrs sind. Die Vereinbarung sei daher ein Meilenstein auf dem Weg zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Mobilität am linken Niederrhein. So wird auch die Vereinbarkeit zwischen der S 28 und dem Radschnellweg zwischen Krefeld, Willich und Mönchengladbach in der Vereinbarung festgeschrieben.

Landrat: „Region profitiert“

Landrat Dr. Andreas Coenen: „Ich freue mich, dass wir mit dem regionalen Konsens nun endlich Einvernehmen über die Verlängerung der S 28 bis nach Viersen erzielt haben. Das ist neben den weiteren enthaltenen Verbindungen ein ganz wichtiges Projekt für die Mobilitätswende, für das wir lange gekämpft haben. Die gesamte Region wird davon profitieren. Nun können wir endlich mit der Umsetzung beginnen.“