„Runder Tisch der Landwirtschaft“ auf Schloss Neersen mit klaren Ansagen

Runder Tisch LW 2 2018
Foto: Stadt Willich

Runder Tisch der Landwirtschaft auf Schloss Neersen: Schon traditionell treffen sich, meist im noch jungen Jahr, Vertreter der Stadt und der heimischen Landwirtschaft zu einem „Runden Tisch der Landwirtschaft“ – ein Meinungs- und Informationsaustausch rund um die passende Themenpalette. Am gestrigen Montag war es dann wieder so weit, und wenn die Gästeliste auch durch Terminkollisionen und die herrschende Welle grippaler Infekte arg dezimiert war (die Bundestagsabgeordneten hatten beispielswiese ihre Teilnahme absagen müssen), kam ein reger Meinungsaustausch zustande: Bürgermeister Josef Heyes konnte neben seiner Kollegin Martina Stall (Technische Beigeordnete) den Landtagsabgeordneten Dr. Stefan Berger, den Kreisbauernschafts-Vorsitzenden Paul-Christian Küskens, Stadt-Landwirt Helmut Oellers (Neersen), sowie die Ortsbauern Theo Heyes, Peter Friesen und Christian Meyer begrüßen.

Als Themen standen unter anderem Regionalplanung, Flächennutzungsplan und Bebauungspläne, Ackerrandstreifenprogramm sowie Blüh- und Randstreifen, die Unterhaltung der Wirtschaftswege und Bankette, Neues aus der Landespolitik, die Beeinträchtigungen durch das Energienetz Amprion und die Erdgasfernleitung „Zeelink“ sowie die Breitband-Verlegung in Willich auf der Agenda.

Bürgermeister Josef Heyes hob eingangs die Bedeutung der Landwirtschaft für die Pflege der Natur, den Aspekt der Naherholung  hervor, und wie üblich in diesem Kreise wurden Sorgen und Probleme in dieser vertraulichen Runde mit deutlichen Ansagen klar angesprochen. So wurde zum Beispiel das Vorgehen der glasfaserverlegenden Firmen deutlich kritisiert: Hier werde teilweise ohne Absprache „flegelhaft durch frisch bearbeitete Felder und ausgesäten Weizen“ gegangen, bearbeitete Wirtschaftswege und Bankette würden „wie die Sau hinterlassen“. Alle Anwesenden waren sich indes einig, dass man sich in diesem Zusammenhang in Blick auf das gemeinsame Ziel einer zeitgemäß schnellen Anbindung ans Netz arrangieren müsse – allerdings werde man sich gegen derartige Auswüchse weiter zur Wehr zu setzen wissen.

Dezente Hoffnung in Sachen Verlängerung der sogenannten Regiobahn (S 28), die derzeit den Kreis Mettmann, Düsseldorf und Kaarst verbindet, aber eben dort auch endet, verbreitete Dr. Stefan Berger: Es „könnten“ (und diesen Konjunktiv betonte der Landtagsabgeordnete wiederholt deutlich) aus entsprechenden Programmen Bundesmittel für den Weiterbau fließen; es gebe hier die Möglichkeit, baureife Projekte oder solche, die schnell baureif gemacht werden könnten, aus diesen Mitteln zu unterstützen – und mit einer Verlängerung der S-Bahnstrecke immerhin bis Schiefbahn und Neersen wäre aus lokaler Sicht ja schon in Sachen Anbindung an Düsseldorf viel erreicht.

Ferner vereinbarte man weitere und intensivere Gespräche auch in Sachen Pflege der Blüh- und Randstreifen: Hier können sich beide Seiten verschiedene Modelle der intensiveren Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landwirtschaft vorstellen. Auch hier war man sich einig, wie in vielen anderen Themenfeldern, „intensiv und möglichst konkret im Gespräch zu bleiben.“