Angefangen hat das Projekt als Idee für Willich, aber die Dimension ist schnell gewachsen: Seit 2012 ist Sascha Lucas mit seiner Internet-Seite www.niederrhein-album.de online.

Er bringt den Usern den Niederrhein auf den Schreibtisch – in wunderschönen Bildern: Der Schwerpunkt seiner Fotografie liegt auf Landschaften, Gebäuden/Architektur, Natur und Spazierwegen, „für mich findet Fotografie unter dem Oberbegriff Entspannung als Hobby statt. Ich bin kein hauptberuflicher Fotograf“, beschreibt der 41-Jährige, der in Neersen wohnt und in Düsseldorf in einer Bank arbeitet, seine Tätigkeit.
Das Hobby sei ein Ausgleich zu den Zahlen im Berufsalltag, der Spazierweg zu den Motiven der Ausgleich für die häufig sitzende Tätigkeit.

Sascha Lucas ist Autodidakt – eine fotografische Ausbildung oder eine Ausbildung in der Bildbearbeitung hat er nicht gemacht. Seine Entwicklung sei schrittweise voran gegangen, sagt er: „Zuerst habe ich wie jeder über Automatik fotografiert, dann andere Modi ausprobiert und nach etwa zwei Jahren war ich soweit, komplett manuell zu fotografieren“. Dabei betont er, dass es nicht die ganz große Kamera mit dem „Mega-Objektiv“ sein müsse, meist reiche auch eine kleine Bauweise und ein Objektiv. Wichtig sei eben immer das gute Auge – es gelte, die Schokoladenseite eines Gebäudes zu entdecken. Für sein Hobby ist er zwei bis drei Mal die Woche unterwegs, ohne Druck. Er gehe eben spazieren, wenn das Wetter gut sei, „ich warte nicht stundenlang, dass das Licht und das Motiv stimmen. Manchmal hat man Glück, manchmal hat man Pech“, sagt er.

Sein fotografischer Radius erstreckt sich über den Niederrhein bis hinauf nach Kleve, im Süden bis Neuss, dann Erkelenz und auch die niederländische Seite der Grenze ist einbezogen – etwa, wenn er durch den Naturpark Maas Schwalm Nette oder durch den Brachter Wald geht. Was viele auch nicht wüssten: Roermond sei nicht nur ein gutes Ziel fürs Shopping, sondern die Innenstadt auch eine fotografische Sehenswürdigkeit.

Projekte
Das Internet sei für die Arbeit mit Bildern ein ideales Medium, meint der Hobby-Fotograf – und die ersten praktischen Verwendungszwecke für seine Fotos habe er darüber gefunden: ARD und WDR hatten bei ihm angefragt ob sie seine Motive als Hintergrund-Fotos verwenden könnten. Das habe ihn dann gefreut und bestätigt. Es sei aber auch für private Anfragen offen, „wenn jemand meine Bilder schön findet, kann er sie kaufen“. Über seine Bilder gebe er auch Freizeittipps zu lohnenden Spazierwegen am Niederrhein.

Im vergangenen Jahr hat er sich an ein Print-Produkt gewagt: Mit einem Verlag aus dem Sauerland ist der erste Niederrhein-Kalender 2016 entstanden, der darüber überregional verkauft wird. Der Kalender enthält Motive wie das Kloster Kamp, Schloss Neersen im Winter…. Kloster Kamp sei sein Lieblingsmotiv, weil das Areal als Gesamtkunstwerk angelegt sei – sehr gepflegt, inspirierend und ruhig.
Aktuell arbeitet er an einem weiteren Buch-Projekt: Was hat ein Cabrio mit der Niers zu tun? – Einfach mal gucken, wenn es fertig ist…
Nach dem Fotografieren gehe auch noch einmal viel Zeit für die Bildbearbeitung drauf, meint Lucas. Allerdings arbeitet er Bilder nur in kleinen Bereichen nach – er schärft nach, entfernt einen Farbstich oder retuschiert einen störenden Ast weg…

Dass er sich mit seinem Hobby auf den Niederrhein konzentriert, hat einen einfachen Grund: „Der Niederrhein ist meine Heimat. Ich finde es wirklich schön hier. Viele Leute kennen ihre Heimat gar nicht und wissen nicht, was es hier gibt.“ Und was es am Niederrhein gibt, ist auf www.niederrhein-album.de zu sehen.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 02/2016 von „Willich erleben – Das Magazin“