Bild: Foto Naus

Was ich mir wünsche: Dass am Dienstag jemand da steht und den Vogel abschießt“ – für Michael Klein wird das Schützen- und Heimatfest der St. Sebastianus Bruderschaft 1449 Schiefbahn ein besonderes: Zum ersten Mal erlebt er das Fest in seiner neuen Funktion als 1. Brudermeister der Schiefbahner Schützen. Der 52-Jährige ist vor wenigen Wochen in sein neues Amt gewählt worden. Mit seiner Frau Cordula hat er die Kinder Julia (24 Jahre) und Philipp (15 Jahre, ebenfalls aktiver Schütze und noch bei den Tellschützen). Beruflich ist er einer der beiden hauptamtlichen Gerätewarte der Freiwilligen Feuerwehr Willich und damit zuständig für alle fünf Löschzüge in der Stadt. Michael Klein ist seit 30 Jahren als Schütze in Schiefbahn aktiv, zuerst im Jägerzug „Gut Schuss“, seit 1989 im Zug „Joot dropp“.

S08_SF_Schiefbahn_Brudermeister Michael KleinVor rund anderthalb Jahren habe ihn der frühere Brudermeister Manfred Hendricks gefragt, ob er seine Nachfolge antreten wolle – danach habe er ein Jahr im Vorstand mitgearbeitet, um das Aufgabengebiet kennen zu lernen. Danach habe er sich in der Mitgliederversammlung im Januar der Wahl gestellt. Sein Eindruck: „Der Vorstand arbeitet super zusammen, die Arbeit verteilt sich auf viele verschiedene Schultern. Ich freue mich auf die Herausforderung.“
Auch das Schiefbahner Schützenregiment sei eine gute Gemeinschaft: „Der Zusammenhalt ist sehr gut und mir gefällt das akkurate Bild auf dem Schützenplatz“, lobt Klein.

Mit Blick auf sein erstes Schützenfest als Brudermeister räumt er ein: „Ja, ich bin schon nervös: Hoffentlich denkst Du an alles und vergisst keinen“. Aber er setze auf die Hilfe des erfahrenen zweiten Brudermeisters, Werner Brauns.
Sein erstes Grußwort im Festbuch hat Michael Klein mit einem Zitat des Philosophen Sokrates eingeleitet: „Das Geheimnis des Wandels: Konzentriere nicht all Deine ganze Kraft auf das Bekämpfen des Alten, sondern darauf, das Neue zu formen.“

Das Schützenfest biete Gelegenheit für Jung und Alt, sich kennen zu lernen, Bekanntschaften und Freundschaften zu schließen oder zu vertiefen und frohe Stunden gemeinsam zu verbringen. „Selbst in wesentlich schlechteren Zeiten wurde Schützenfest gefeiert“, so Klein. Daher lade er auch im Namen des Königspaares Frank und Angie Göllner mit ihren Ministerpaaren alle Schützenbrüder, die Schiefbahner und deren Gäste sowie diejenigen „Ex-Schiefbahner“, die zum Fest wieder in ihre Heimat zurückkommen, ein, für ein paar Stunden die Hektik und Sorgen des Alltags beiseite zu schieben. „Mein Ziel als Brudermeister ist es, das Brauchtum fortzuführen, die Jugend zu fördern und an das Brauchtum heran zu führen. Nur so können wir das Schützenwesen erhalten“, meint der neue Brudermeister. Ganz wichtig ist ihm auch, dass die gemeinsame Aktion der Bruderschaften Schiefbahn und Niederheide „Schützen helfen“ weiter geht. „Wir wollen unkompliziert und namenlos helfen. Das können Vereine sein wie die Messdiener, die einen Zuschuss bekommen, oder eine Familie, in der das Geld für die Klassenfahrt des Kindes fehlt. Aber auch einen Kühlschrank haben wir schon bezahlt, wenn die Familie das Geld nicht hatte“, schildert Michael Klein.

Und dann ist ja noch der oben genannte Wunsch: Dass sich ein Bewerber für die Königswürde in Schiefbahn findet….

Das Königshaus der St. Sebastianus Bruderschaft
Königspaar der Sebastianer in Schiefbahn sind in diesem Jahr Frank und Angie Göllner – und interessanterweise kam die Idee für diesen Zeitpunkt von Ehefrau Angie: Sie hatte nämlich vor einigen Jahren vorgeschlagen, dass König Frank zur Silberhochzeit im Jahr 2016 auch den Vogel abschießt. Mit der Idee waren König und Schützenzug des Königs, die „Hirsch-Schützen“, einverstanden und so holte Frank Göllner am 23. Juni 2015 mit dem 165. Schuss den Vogel von der Stange.

Bild: Foto NaussZu seinen Ministern ernannte er Wolfgang und Anke Akkermann (Finanzminister) sowie Detlef und Ruth Empt (Ernährungsminister).
Der König – Zugführer der „Hirsch-Schützen“ – kann den Schützen schon einiges an Erfahrung bieten: 1979 war er – noch im jugendlichen Alter – Page bei König Josef Faßbender. 2012 waren Frank und Angie Ministerpaar bei König Frank Zlobinski, „eine wunderschöne Zeit“, so der jetzige König – und die wolle er jetzt mit seinem eigenen Königsjahr krönen.
Finanzminister Wolfgang Ackermann (48 Jahre) ist Gründungsmitglied des Jägerzuges „Hirsch-Schützen“ und seit mehr als 30 Jahren begeisterter Schütze. Der gelernte Heizungsbauer sagte sofort zu, als der heutige König ihn vor einigen Jahren fragte, ob er ihn als Minister unterstützen wolle. Ministerin Anke war 1986 Hofdame im Königshaus Otto Moerschen.
Ein etwas überraschter Ernährungsminister ist Detlef Empt. Ihm sei klar gewesen, dass Frank als Zugführer einmal den Vogel von der Stange holen werde, aber er habe sich nie als Minister gesehen, sagt er selber. Doch dank seiner Frau Ruth, mit der er seit 2009 verheiratet ist, hat sich die Auffassung verändert – und da sie bereits in Niederheide Erfahrung als KönigsoffiziersFrau gesammelt hatte, sei es nicht schwierig gewesen, ihre Zustimmung zum Ministerinnen-Status beim Schiefbahner Königspaar zu erhalten.

Königspaar und Ministerpaare wünschen den Schiefbahner Schützen und den Besuchern viel Spaß und ein fröhliches Fest vom 18. bis 21. Juni.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 03/2016 von „Willich erleben – Das Magazin“