Das Niederheider Königshaus freut sich auf das Fest: Hofdame Jasmin Zielinski, das erste Ministerpaar Verena und Roman Smolarek, König Said Mohamud mit Königin Laura Langels, das zweite Ministerpaar Bianca und Stefan Gehlen, Königsoffizier Heinz Gehlen mit Hetti Gehlen und Hofdame Michi Zielinski. Foto: Patricia Schmitz

Diese Verbindung hat eine Tradition: Zum zweiten Mal werden die Schützen der St. Johannes Bruderschaft Niederheide von einem Schützenkönig angeführt, der gleichzeitig Mitglied bei einer der bekanntesten Musikformationen im Schützenwesen der Region ist – bei Germania Willich.

Der 32-­jährige Said Mohamud ist König in Niederheide und feiert mit der Bruderschaft vom 16. bis 19. August das Fest in der Honschaft.

Said Mohamud hatte im August 2018 mit dem 172. Schuss den Vogel von der Stange geholt – gegen seinen Mitbewerber Michael Fuchs. Der König freut sich vor allem aus einem Grund auf das Schützenfest: „Das Familiäre bei den Schützen in Niederheide ist einfach super“, beschreibt er.

Der 1987 in Somalia geborene König kam als Zweijähriger mit seiner Familie nach Willich: „Ich bin ganz normal hier in Deutschland groß geworden: Kindergarten, Grundschule…“, erzählt er. Sein Abitur machte er auf der Kaufmannschule in Krefeld und arbeitet jetzt als Bürokaufmann.

Das Schützenwesen wurde erst in der Teenager­-Zeit zu seiner großen Leidenschaft. Seine erste große Vorliebe war Fußball – er spielte zuerst in der E­-Jugend des SC 08 Schiefbahn an. Über einen Freund gelangte er als 15­-Jähriger zum Schützenwesen und war zuerst Mitglied im Niederheider Schützenzug „Flotte Jonges“. Als dieser sich auflöste, wechselte er in den Zug WWWK (wer wett wat kütt). Er sei sehr herzlich bei den Schützen aufgenommen worden, „schon als ich das erste Jahr mitlief, habe ich nur gehört: Super, dass Du mitmachst.“ Für den König ist das Schützenwesen aber nicht beschränkt auf die jeweiligen Festzeiten: „Mir ist die Kameradschaft unter den Schützen wichtig: Man sieht sich das ganze Jahr und hält zusammen“, schildert er.

Außerdem ist über das Schützenwesen ein weiteres Hobby entstanden – die Freude an der Musik. 2007 trat er bei „Germania Willich“ ein – das Tambourkorps setzt sich bekanntlich aus Schützen aus verschiedenen Vereinen und Bruderschaften zusammen und spielt bei vielen Schützenfesten.

Aus dieser Geschichte erklärt sich auch der aktuelle Status in Niederheide: Aus der „Germanen­Gruppe“ war 2007 Patrick Wilms König in Niederheide, 2017 sei die Idee entstanden, wieder einen Niederheider König aus der Musikformation zu bestimmen. Said war durch seine Zugehörigkeit zu WWWK und Germania Willich mit der Niederheider Bruderschaft verbunden und so wuchsen die Planungen.

Die Aufgaben eines Königs in Niederheide beschränken sich nicht auf die Repräsentation beim Fest. Es gibt viele Aktivitäten, die der Gemeinschaft und dem Miteinander von Jung und Alt dienen: So war Said Mohamud auch der St. Martin und verteilte Weckmänner an Rentner und Tüten an Kinder, die in der Honschaft wohnen. „Wenn Du um das Feuer gehst und die Kinder winken begeistert oder das Lächeln und das Danke­Schön – du bekommst als König soviel zurück, das ist toll“, meint Said Mohamud. Außerdem organisiert das Königshaus mit der Bruderschaft das Seniorenfest im Bruderschaftshaus „Niederheider Hof“ oder bereiten das Familienfest zu Pfingsten vor:

Neben diesen Erlebnissen geht es auch um den Spaß mit den anderen, „das Marschieren macht viel Spaß, man macht Witze und hat eine gute Zeit“, meint er. Sein bislang emotionalstes Erlebnis sei die Kettenübergabe nach den Königstänzen gewesen, „die Leute haben mir gesagt, ich sei kreidebleich gewesen. Du hast alle um Dich rum, da sind noch ganz viele Bilder in meinem Kopf“, erinnert er sich. Für sein anstehendes Fest „freue ich mich am meisten auf meine Kränzwoche für die Burg.“

Seine große Familie wird zum Fest ins Zelt kommen und mitfeiern, hat aber sonst keinen Bezug zum Schützenwesen, „der Verrückte in der Familie bin ich“, lacht er.