Schummer diskreditiert Willicher Verwaltung

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Vor über einem Jahr, am 06.05.2015, wurde im Haupt- und Finanzausschuss über den Abschluss einer Organisationsuntersuchung der Verwaltung beraten, welche die CDU-Fraktion vor der Kommunalwahl 2014 beantragt hatte. Im Großen und Ganzen ergab diese Untersuchung keine nennenswerten Ergebnisse. 52.000 € musste die Stadt dafür zahlen. Kritik gab es von SPD, FDP und Bündnis 90 / Die Grünen. Von einem offenen „Misstrauensantrag gegen die Verwaltung“ sprach Bernd-Dieter Röhrscheid, SPD-Fraktionsvorsitzender, damals.

Doch wozu diese Aufarbeitung der Vergangenheit? In den jüngsten Sommerferien hat die CDU-Fraktion gut 20 Anträge erarbeitet, die durch die Verwaltung nun bearbeitet werden müssen. Im WZ-Stadtgeflüster wurde die Vermutung aufgestellt, dass nun überlegt werde, eine eigene Abteilung zur Bearbeitung von CDU-Anträgen einzurichten – selbstverständlich war dies ironisch gemeint. Nicht verstanden hat das Uwe Schummer, CDU-Bundestagsabgeordneter für den Kreis Viersen. Bei Twitter kommentierte er: „Nicht irritieren lassen. Die Verwaltung muss auf den Prüfstand.“

Auf starke Verwunderung stößt diese Aussage bei den Willicher Sozialdemokraten. „Es ist schon sehr merkwürdig, dass der Vorsitzende der Willicher CDU die Willicher Stadtverwaltung auf den Prüfstand stellen möchte“, sagt Lukas Maaßen. Der Sozialdemokrat fragt sich, ob Schummer sich möglicherweise nicht mehr an die letztjährigen Ergebnisse der Organisationsuntersuchung erinnern kann. Die Verwaltung funktioniert und mache einen einwandfreien Job, sind sich die Sozialdemokraten einig. Vor allem im Rahmen der aktuellen Verwaltungsreform, bei der es auch um das Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung geht, ist Schummers Kommentar deplatziert.

„Es geht vor allem darum, respektvoll und vertrauensvoll miteinander umzugehen. Durch solche Kommentare aus der Ferne erreichen wir das nicht“, kritisiert Hendrik Pempelfort, SPD-Ratsmitglied und Geschäftsführer der Fraktion. „Wer täglich mit der Verwaltung zusammenarbeitet, weiß, dass die Verwaltung der Stadt Willich nicht auf den Prüfstand gestellt werden muss“, erklärt Pempelfort.