Thema Heimat: Willicher Künstler stellen im Niederrheinischen Freiluftmuseum aus

Künstler Freilicht Museum Grefrath Ausstellung
Foto: Niederrheinisches Freilichtmuseum

Heimat und Heimweh, Familie, Verwurzelung und Zerrissenheit – das sind Themen der neuen Sonderausstellung im Niederrheinischen Freilichtmuseum des Kreises Viersen. Unter dem Motto „Sehnsucht nach… MUTTER-LAND & VATER-SPRACHE“ stellen vier Künstlerpaare in der Dorenburg, am Freilichtmuseum 1 in Grefrath, ihre Werke aus. Die Paare bestehen jeweils aus einem niederrheinischen Künstler und einem Künstler mit Migrations- oder Flüchtlingsgeschichte. „Das Ineinandergreifen verschiedener Kulturen und die unterschiedlichen Biografien der Künstler machen diese Ausstellung so interessant und einzigartig“, sagt Landrat Dr. Andreas Coenen, Schirmherr der Sonderausstellung. Die Ausstellung ist von Sonntag, den 3. Juni, bis Sonntag, den 9. September, im Freilichtmuseum zu sehen.

Rund 40 Werke – Acrylmalereien, Aquarelle, Collagen, Installationen, Skulpturen und Mixed-Media-Arbeiten – sind zu sehen. Dabei geht es um die innere Reise, das verlorene Zuhause, Traditionen und Sehnsüchte, aber auch um das Vergessen der Heimat. Einige der Werke haben die Paare gemeinsam geschaffen. Zudem hat jedes Duo seine Treffen, Gespräche und Begegnungen dokumentiert. Diese „Tagebücher“ werden ebenfalls ausgestellt. So können die Besucher den Prozess nachvollziehen, wie die einzelnen Werke entstanden sind, und welche Gedanken die Künstler bei der Arbeit hatten.

Jeweils zwei Künstler bilden ein Paar

Die Paare kennen sich über das Kunstprojekt „Art.together“ des Kulturforums Willich. Nach der großen Flüchtlingswelle im Jahr 2015 arbeiteten für zwei Jahre deutsche und geflüchtete Künstler gemeinsam in einem Atelier. Die Schirmherrschaft für dieses Projekt hatte der Kreis Viersener Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer. „Kunst verbindet; und das über alle Grenzen hinweg. Es freut mich sehr, dass mit ‚Art.together‘ ein Projekt entstanden ist, das hierzu einen großen Beitrag geleistet hat“, so Schummer.

Die guten Kontakte der Künstler bestehen auch nach dem Projektende von „Art.together“. Beate Krempe, eine der ausstellenden Künstlerinnen und Vorsitzende des Kulturforums Willich, betont: „Die professionellen Künstler der Gruppe arbeiten weiter im engen Dialog und treffen sich zum Austausch und für Aktionen.“ Eine davon ist die Ausstellung im Niederrheinischen Freilichtmuseum. „Die vergangene niederrheinische Heimat ist in unserem Volkskundemuseum allgegenwärtig“, sagt Museumsleiterin Anke Wielebski. „Die Sonderausstellung hingegen ergänzt unsere historischen Hofanlagen und Exponate um einen aktuellen Blick auf das Thema.“

Die Besucher bezahlen allein den regulären Museumseintritt von 4,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Kinder und Jugendliche zahlen unter der Woche 1,50 Euro und haben am Wochenende freien Eintritt. Der Besuch der Sonderausstellung ist frei.
www.niederrheinisches-freilichtmuseum.de

Eröffnung

Die Sonderausstellung „Sehnsucht nach… MUTTER-LAND & VATER-SPRACHE“ eröffnet Landrat und Schirmherr Dr. Andreas Coenen am Sonntag, 3. Juni, um 11 Uhr. Der Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer spricht ein Grußwort. Die Künstlerin Monika Wehrhahn-Mees führt in die Ausstellung ein.

Die Künstler

Birgitta Jenner – Nesrin Mahmoud (Syrien)
Julia Timmer – Waleed Ibrahim (Syrien)
Anne Fiedler –  Moumen Chamoun (Syrien)
Beate Krempe – Artur Assoyan (Armenien)

Kulturforum Willich

Das Dialogprojekt „Art.together“ war Teil des „Kulturforums Willich“. Dr. Wolfgang Boochs gründete 1987 den Verein und gab nach fast 30 Jahren den Vorsitz an Beate Krempe weiter. Das Kulturforum veranstaltet Ausstellungen, Musikveranstaltungen und es sind verschiedene Bücher verlegt worden. Das interkulturelle Kunstprojekt „Art.together“ lief von 2015 bis 2017. Direkt im Anschluss eröffnete das Kulturforum in den gleichen Räumen mit dem „kunst.punkt.willich“ ein neues Projekt. Dort bieten verschiedene Künstler ein vielschichtiges Kulturprogram an.