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Corona hat auch vor dem Umweltpreis der Stadt Willich nicht Halt gemacht: Die geplante feierliche Preisverleihung fiel aus. Also wurden den Preisträgern ihre Urkunden und Preise jetzt postalisch zugestellt. Regelmäßig prämiert die Stadt herausragende Leistungen für den Schutz unserer Umwelt mit Geld- und Sachpreisen im Wert von insgesamt 1.000 Euro, als langjähriger Partner und Sponsor ist die Sparkasse Krefeld mit an Bord.

Wegen der „besonderen Qualität der eingereichten Beiträge sowie deren unterschiedlicher Ausrichtung wurden in diesem Jahr zwei erste Preise vergeben“, so Willichs Klimamanager Marcel Gellißen; einer ging an die Schulgarten AG der Astrid-Lindgren-Schule („Plastikfreies Frühstück! Nachhaltiges Lernen – lokal und global“), der andere an Julia Kretschmar und Jost Goormann der Robert-Schuman-Europaschule („CO2 zu Methan – vom schädlichen Treibhausgas zum erneuerbaren fossilen Brennstoff“).

Beim Schulgarten handelt sich um ein herausragendes Projekt zur Vermeidung von Plastikmüll im schulischen Alltag. Die Grundschüler gaben den Anstoß, es kam uneingeschränkte Unterstützung durch Lehrerschaft, Schulleitung, Eltern und Förderverein. Gellißen: „Das hat wirklich absoluten Vorbildcharakter mit einem Fokus auf regional erzeugte und saisonal verfügbare Lebensmittel – hier werden Schülerinnen und Schüler bereits in jungen Jahren für einen nachhaltigen und umweltfreundlichen Lebensstil sensibilisiert.“

Julia Kretschmar und Jost Goormann haben eine auch wissenschaftlich interessante Arbeit vorgelegt, der in Zeiten steigender CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre große Bedeutung zukommt. In aufwändigen Versuchsreihen wurde das Verfahren bzw. der Prozess „Power 2 gas“ veranschaulicht und dabei ein möglicher Weg zur Speicherung regenerativ erzeugter Energie bei gleichzeitiger CO2-Absorption aufgezeigt. Bestehende Anwendungsmöglichkeiten werden mit zukunftsweisenden Technologien und Innovationen verknüpft. Für die Auswertung der Ergebnisse wurde in Kooperation mit Hochschulen auf modernste Analyseverfahren zurückgegriffen. Die beiden Erstplatzierten können sich über Preisgelder von jeweils 350 € der Stadt und 400 € der Sparkasse Krefeld freuen.

Ebenfalls freuen darf sich Familie Drießen aus Anrath. Sie erhält für Ihren Beitrag „Insektenfreundlicher Vorgarten“ ein Preisgeld von 200 €. Urteil der Jury: „In Zeiten der zunehmenden Verschotterung von Vorgärten stellt der eingereichte Beitrag ein Vorbild für die insektenfreundliche und naturnahe Gestaltung dar. Er zeigt auf, dass sich geringer Arbeitsaufwand und Insektenfreundlichkeit im Vorgarten nicht ausschließen. Der geringere Arbeitsaufwand wird häufig als Hauptargument für den Einsatz von Schotter bei der Vorgartengestaltung angeführt. Mit dieser Umgestaltung wurde ein anderer Weg beschritten und so nicht nur ein wertvolles Kleinstbiotop mit erstaunlicher Artenvielfalt geschaffen, sondern auch ein optisches Aushängeschild für die gesamte Straße.“

Erstmalig wurde in diesem Jahr außerdem ein Sonderpreis auf Vorschlag der Verwaltung vergeben. Diesen erhält Claudia Reiners aus Neersen für ihr herausragendes bürgerschaftliches Engagement: In den extremen Trockenphasen der letzten beiden Sommer war aufgefallen, dass Frau Reiners sämtliche Bäume im Bereich ihres Hauses, bei Nachbarn sowie auf dem Minoritenplatz und der gegenüberliegenden Straßenseite oft mehrmals wöchentlich über Stunden mit Wasser versorgte. Die Jury würdigte diesen außergewöhnlichen Einsatz für die Erhaltung des öffentlichen Baumbestandes – auch stellvertretend für viele andere Bürger/-innen – mit dem Sonderpreis und einem Pflanzgutschein der Staudengärtnerei van Diemen.