Flüchtlinge Schiefbahn

Am Bolzplatzweg in Schiefbahn wird ab Januar eine zweite temporäre Unterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber gebaut – darüber informierte Kämmerer Willy Kerbusch den Haupt- und Finanzausschuss.

Die Stadt besitzt neben der Schiessanlage der St. Sebastianus Bruderschaft Schiefbahn ein erschlossenes Grundstück. Sie habe auch andere Grundstücke geprüft, diese seien aber nicht geeignet gewesen, so Kerbusch.

In der Unterkunft werden bis zu 300 Menschen leben – Kerbusch rechnet mit Baubeginn im Januar und Fertigstellung im April.  Über diese zweite Einrichtung möchte die Stadt vermeiden, dass sie neben der Niershalle weitere Sporthallen für die Flüchtlingsunterbringung nutzen und für den Sport sperren muss, so Bürgermeister Josef Heyes, das sei „ein wichtiges Signal für die Bürger“.

Die Beigeordnete Brigitte Schwerdtfeger sagte, dass Willich bis zum 4. Januar keine Flüchtlingszuweisungen bekommt – sie erwartet danach aber eine größere Anzahl Ankömmlingen, weil die nicht erfolgten Zuweisungen in einer Größenordnung von 50 Menschen pro Woche von „nachgeholt“ werden. „Wir beobachten zurzeit, sind aber gut vorbereitet“, so Schwerdtfeger. Offensichtlich wenig Hoffnung setzt die Verwaltung auf die Beobachtung, dass im Moment die Zahl der neu in Deutschland ankommenden Menschen rückläufig ist. Sollte das doch so sein, sollen die derzeit in der Niershalle untergebrachten Menschen möglichst schnell in die neuen Bauten umgesiedelt werden.

Dieter Lambertz (CDU) betonte, dass eine gute Zusammenarbeit mit den Sportvereinen für die Integration der Flüchtlinge wichtig sei. Bernd-Dieter Röhrscheid (SPD) sagte, seine Fraktion halte den Standort für geeignet. Er erinnerte auch daran, dass ein großer Teil der anerkannten Asylbewerber später in die größeren Städte ziehen und nicht in den ländlichen Regionen bleiben. Daher sei darauf zu achten, dass nicht zuviel gebaut werde. Ausdrücklich wolle er die Arbeit der Verwaltung loben, verwahrte er sich gegen die in den letzten Tagen laut gewordene Kritik einiger ehrenamtlicher Helfer, „hier ist gute Arbeit geleistet worden.“


Willich erleben /djm