VMC: Erinnerungen an 200 Jahre Chorgeschichte

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Am 1. April 1957 fand die erste Probe des VMC in der Gaststätte Schiffer statt – links im Bild die damalige Gastwirtin Toni Schiffer und ihr Sohn Heinz. Foto: VMC

Es sind immer wieder Streiflichter aus 200 Jahren Vereinsgeschichte, die bei der Aufarbeitung hochkommen. Beim zweiten „Sichtungstreffen“ in der Gaststätte Schiffer, dem langjährigen Vereinslokal des „Vereinigten Männerchores 1820 Willich“, wurden wieder einige „Schätzchen“ und viele Erinnerungen herausgekramt.

So haben die Mitglieder des VMC, die sich mit der Aufarbeitung alter Dokumente und historischer Objekte aus der Vereinsgeschichte befassen, jetzt unter anderem einen Zeitungsbericht aus dem Jahr 1958 gefunden, in dem ein anderes bedeutsames Ereignis geschildert wurde: die Fahnenweihe im Jahr 1858.

168 Taler und 15 Silbergroschen

Die Chronik berichtet dazu: „Der Sängerchor hat aus eigenen Mitteln eine prachtvolle, rotsammetene Fahne mit goldgestickten Emblemen angeschafft. Der Anschaffungspreis betrug 168 Taler 15 Silbergroschen. Die Summe war so groß, so mußte man sich bei Freunden und Gönnern des Vereins noch 67 Taler leihen, um die Kosten sofort zu bezahlen.“

Das Geld war damals langfristig investiert, meint der amtierende Vorsitzende Michael Maaßen: „Diese Fahne verwenden wir meines Wissens heute noch“.

Ein anderes Fundstück bringt Dietmar Seefeld zu der „Sichtungs-Kommission“: Er hat in seinem Haus die Urkunde gefunden, mit der Karl Hüsges nach 25 Jahren Mitgliedschaft im Verein – davon 20 Jahre als Präsident – zum Ehrenvorsitzenden ernannt wird.

Die Arbeit mit den historischen Dokumenten macht aber auch die jüngste Vereinsgeschichte wieder lebendig. Heinz-Jacob Gather erinnert sich etwa an die erste Chorreise, die er nach seinem Eintritt (1996) im Jahr 1997 mitmachte: „Wir fuhren mit Dirigent Herbert Glasmacher nach Spanien und sangen dort bei Konzerten in San Sebastian und Jaca teils auf Spanisch“. Für ein Chormitglied hieß es allabendlich: improvisieren. Er hatte ein Bett, an dem ein Bein fehlte – das ersetzte er kurzerhand durch Steine, die er von einer Baustelle neben dem Hotel mitnahm.

Restaurant-Gäste klatschten Beifall

Bei der Chorreise nach Dresden sammelten sich die Sänger im Eingangsbereich eine  schmalen Gasse mit vielen Restaurants und improvisierten ein Konzert. „Nach dem ersten Lied gab es hinter unserem Rücken einen Riesenapplaus: Die Restaurant-Gäste waren nach draußen gekommen und klatschten Beifall“, erinnert sich Michael Maaßen.

Wichtig ist ihm im Rückblick: „Es gab im Chor immer wieder einmal Meinungsverschiedenheiten, aber wenn es darauf ankam, haben alle zusammengehalten.“ Er freut sich auch, dass immer noch viele Witwen der verstorbenen Chormitglieder zu den Konzerten und Auftritten kommen und den Chor im Rahmen ihrer Möglichkeiten über Fördermitgliedschaften unterstützen.

Der nächste Termin für den VMC steht auch schon an: Am 25. Mai heißt es im Saal Krücken: „Kölsch & Chor“: Dann treten die Sänger mit der Willicher Band „Hervshahne and Friends“ auf – es geht los um 19 Uhr.

Infos zum Verein auf www.vmc-1820-willich.de