Durch seine guten Leistungen in der ersten Saisonhälfte hat sich das S-Team des VZM für die Deutschen Meisterschaften in Alsfeld qualifiziert, die am 8. August starten. V.l.n.r: Luana Thämmig, Selda Pascha, Ina Schultze, Nina Kamp, Sophie Haselhoff; kniend Anne Schultze und Rebekka Hänisch.

Wenn die Sommerferien vorbei sind, wird Luana Thämmig weit über 1.000 Kilometer zurückgelegt haben – und hat doch keinen Urlaub gemacht. Während andere begehrte Reiseziele wie Amerika oder Kroatien ansteuern, träumt Luana von Alsfeld und Krumke.

Denn dort finden im August und September die Deutschen Meisterschaften bzw. die Deutschen Jugendmeisterschaften im Voltigieren statt – und das 12-jährige Nachwuchstalent vom Voltigierzentrum Meerbusch (VZM), welches auf der Hardt in Willich beheimatet ist, hat sich für beide Wettbewerbe qualifiziert.

Darum stammt der einzige Sand, der diesen Sommer an Luanas Füßen klebt, aus den Reithallen an ihren Trainingsorten in Willich und Issum, zu denen sie täglich von ihrem Wohnort Rheurdt pendelt. Im Moment steht das Gruppentraining im Vordergrund, denn das S-Team des VZM hat sich wieder für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert, die am 8. August im hessischen Alsfeld beginnen. Hier ist Luana Oberfrau und wird gemeinsam mit Rebekka Hänisch, Nina Kamp, Selda Pascha sowie Anne und Ina Schultze um Punkte und Platzierungen kämpfen.

Im letzten Jahr war das junge Meerbuscher Team völlig überraschend Vierter geworden und will auch diesmal zum Saisonhöhepunkt seine beste Leistung zeigen. Dafür wird intensiv trainiert – nicht nur auf Fuchswallach Dainty Dancer mit Sophie Haselhoff an der Longe. Mit Schwimmen, Tanzen, Yoga, Inline-Skating und sogar am Boxsack sorgen die Mädchen für Spaß und Abwechslung im Trainingslager.

Während die anderen danach ihren Urlaub genießen können, wird Luana weiter voltigieren – allerdings mit einem anderen, viel kleineren Team. Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Krumke (Sachsen-Anhalt) tritt sie im Einzel an, auf Don Filippo (liebevoll „Fips“ genannt) und mit Longenführerin Lisa Borgmann.

Das Trio hat in diesem Jahr schon eine richtige Erfolgsgeschichte geschrieben. Nach dem 4. Platz auf der 1. Sichtung des Rheinlands mussten sie sich beim „Preis der Zukunft“ in Warendorf gleich mit der bundesdeutschen Konkurrenz messen – und landeten auch hier als Vierte direkt neben dem Treppchen. Bei der Rheinischen Meisterschaft wurden sie Fünfte und mit der Nominierung zur DJM belohnt. Eine tolle Leistung von Luana, die in ihrem ersten Junior-Jahr jedes Mal die jüngste Starterin war und neben einer sehr sicheren Pflicht auch ihre mit Schwierigkeiten gespickte Kür stets völlig abgeklärt durchzog.

Vielleicht kein Wunder, denn die talentierte Turnerin fing schon vor zehn Jahren beim Rheurdter Verein RVV Equus mit dem Voltigieren an. Mit sechs Jahren sammelte sie als Oberfrau des S-Teams schon Turniererfahrung in der höchsten Startklasse. Ihr Talent als Einzelvoltigiererin stellte sie unter Beweis, als sie 2017 die rheinische Junior-Trophy gewann.

Im selben Jahr wechselte sie dann mir ihrer Schwester Noemi zu Team 1 des VZ Meerbusch, was besonders für ihre Mutter Sandra seitdem viel Zeit im Auto bedeutet. Allerdings ist die ganze Familie Thämmig im positiven Sinne „volti-verrückt“: Zwei Tage Auszeit gönnten sie sich in diesen Ferien – und fuhren nach Holland zur EM/WM im Voltigieren.