Bezirksregierung kündigt weitere Flüchtlingszuweisungen nach Willich an

Breaking News

Stadt startet 4-Punkte-Programm

Mit einem 4-Punkte-Programm will die Stadt Willich eine „angemessene und menschenwürdige Unterbringung der Flüchtlinge auf unserem Stadtgebiet“ sicherstellen, so gestern Willichs Bürgermeister Josef Heyes in einer ersten Reaktion auf die Ankündigung der Arnsberger Bezirksregierung, dass auch die Stadt Willich angesichts des nicht abreißenden Stroms ab übernächster Woche mit der Zuweisung von Flüchtlingen zu rechnen hat. Aktuell ist von rund 25 Menschen pro Woche die Rede.

Punkt eins und quasi die „Sofortmaßnahme“ des Katalogs: Bereits jetzt wird die nicht mehr als solche genutzte Kirche an der Krefelder Straße, die inzwischen von der Kirche an die Stadt verkauft wurde, für die Aufnahme von 60 Flüchtlingen hergerichtet. Beigeordnete Brigitte Schwerdtfeger ist zuversichtlich, die erforderlichen Modifizierungen und Erweiterungen unter anderem  mit Sanitärcontainern „zeitnah hinzubekommen“: „Die gesamte Verwaltung arbeitet an entsprechenden Lösungen auf Hochtouren – und nicht erst seit gestern: Angesichts der allgemeinen Entwicklung der Flüchtlingssituation war damit zu rechnen, dass da sicherlich Arbeit auf uns zukommt.“

Punkt zwei: Die Stadt ruft erneut alle Bürger auf, Wohnungen und beheizbare Hallen, die kurzfristig zu vermieten sind, für die Unterbringung von Flüchtlingen anzubieten; Ansprechpartner ist hier der Geschäftsbereich „Wohnen und Gewerbe“ (Telefon 0 21 56 – 949 279). Die Mitarbeiter werden sich die entsprechenden Angebote aus der Bürgerschaft auf Eignung kurzfristig anschauen und dann gegebenenfalls anmieten. Dass derartige Aktionen fruchten, ist übrigens bewiesen: Beim letzten Aufruf wurde beispielsweise eine seitens eines Willichers eigens kurzfristig angekaufte Wohnung zur Verfügung gestellt.

Dritte kurzfristige Maßnahme: Wie in anderen umliegenden Städten auch wird eine Sporthalle zur Flüchtlingsunterkunft. Es wird sofort damit begonnen, die Niershalle (unser Bild) entsprechend umzurüsten. Bis zu 150 Flüchtlinge können hier unterkommen. Schulsport wird deswegen nicht ausfallen: Der entsprechende Unterricht wird verlegt. In Sachen Vereinssport hofft man, dass mit Hilfe des Stadtsportverbandes, dem die Hallenverteilung in der Stadt obliegt, flexibel Ausweichlösungen gefunden werden können, was in anderen Städten ebenfalls gelungen ist. „Wir hoffen sehr“, so Schwerdtfeger, „dass es sich hier nur um eine vorübergehende Maßnahme und Einschränkung handelt.“

Viertens wird man „flexible, winterfeste Wohneinheiten“ auf dem ehemaligen Sportplatz an der Moltkestraße errichten; auch hier ist man bereits in Verhandlungen mit entsprechenden Anbietern und  zuversichtlich, kurzfristig angemessene Unterkünfte schaffen zu können.

Generell soll die Versorgung der Flüchtlinge und der Einrichtungen (was auch die Sicherheitsaspekte einschließt) durch externe Dienstleister erfolgen. Heyes: „Wo möglich, soll allerdings ehrenamtliche Hilfe einfließen.“

Langfristig plant die Stadt übrigens in Sachen Unterbringungsmöglichkeit von Familien nunmehr den Bau von drei bis vier zweieinhalbgeschossigen Mehrfamilienhäusern in Schiefbahn und Neersen auf städtischem Grund. Die Häuser sollen jeweils neun bis zwölf Familien aufnehmen können, werden rund 1,5 Millionen Euro  pro Haus kosten und könnten später auch für Luft auf dem engen Marktsegment des sozialen Wohnungsbaus sorgen. Bauausführend sollen der städtische Geschäftsbereich „Objekt und Wohnungsbau“ (OWB) und die „Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft“ (GWG)  des Kreises tätig werden, so Kämmerer Willy Kerbusch. Die genauen Standorte werden zur nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses öffentlich bekanntgegeben werden. Kerbusch hält aber fest, dass es sich nur um Flächen handeln kann, die in Eigentum der Stadt stehen (respektive kurzfristig erworben werden können), dauerhaftes Baurecht sichern, über eine vorhandene Erschließung verfügen, eine Anpassung an vorhandene Bebauung ermöglichen und schließlich eine Anbindung an zentrale Infrastruktureinrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Geschäfte haben. Nur wenn diese Voraussetzungen vorlägen, sei eine kurzfristige Realisierung möglich.


Diese Meldung basiert auf einer Presseinformation der Stadt Willich