Wenn der Chef mit dem Werkstatt-Mitarbeiter trainiert

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„Wenn ich mal mittags hier in der Halle 22 trainiere und treffe einen Mitarbeiter, der zeitgleich – also scheinbar während seiner Arbeitszeit – sein Training absolviert, dann höre ich ganz oft als ersten Satz: Ich habe heute Urlaub“ – bei dieser Anekdote kann sich Martin Hoffmann, Geschäftsführer des 170-Mann- Unternehmens ISEKI-Maschinen GmbH aus Osterath, ein Schmunzeln nicht verkneifen… Dabei hat er ein extrem großes menschliches und betriebliches Interesse daran, dass seine Mitarbeiter sich sportlich betätigen – deswegen hat er im Dezember 2015 gemeinsam mit dem Willicher Fitness- und Gesundheitsstudio Halle 22 ein Projekt „betriebliches Gesundheitsmanagement“ (BGM) in seinem Betrieb gestartet.

Der Kern: ISEKI möchte die Gesunderhaltung seiner Mitarbeiter fördern – dafür nutzt die Firmenleitung eine vom Gesetzgeber angebotene steuerrechtliche Möglichkeit: Das Unternehmen zahlt für den Mitarbeiter den Mitgliedsbeitrag im Studio und kann von der Gesamtsumme pro Person jährlich 500 Euro als Betriebskosten absetzen. Dazu betreut Tobias Möcking (BA Sport, Gesundheit, Prävention & Therapie) das Unternehmen und die Mitarbeiter in einem ganzheitlichen Ansatz, den der Gesetzgeber zur Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung macht. So untersucht er beispielsweise die Arbeitsplätze im Unternehmen auf ihre „Gesundheitstauglichkeit“: Sitzhöhe, Beleuchtung, Arbeitsräume…, bietet über Fachreferenten aus dem Studio regelmäßig Vorträge zu Themen wie gesunder Ernährung, der Bedeutung von Entspannung oder Trainingskonzepten… an. „Damit das Unternehmen auf jeden Fall den steuerlichen Vorteil nutzen kann, haben wir uns dem BGF Deutschland als anerkanntem Anbieter eines BGM-Konzeptes angeschlossen“, erklärt Thomas Mathes, der Leiter der Halle 22.

Martin Hoffmann sieht in dem Projekt viele Vorteile für sein Unternehmen und das Team. Ein Ziel sei es auch, die Kommunikation untereinander zu fördern und einen Ausgleich für die Arbeit im Unternehmen zu bieten – das funktioniere, meint er: „Die Leute stacheln sich untereinander an, wie oft sie in der Woche zum Training gehen oder ob sich bei den regelmäßigen Checks die Leistungsfähigkeit verbessert hat.“

Dazu funktioniere die Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Chef beim Training auf einer ganz anderen Ebene – auch das ein Vorteil, denn Hoffmann setzt auf die Eigenverantwortung bei der Arbeit und hat im Unternehmen etwa vor 18 Monaten das hierarchielose Arbeiten eingeführt. „Ich rede hier beim Training auf einer ganz anderen Ebene mit den Mitarbeitern, habe einen besseren persönlichen Draht und erfahre auch betriebliche Dinge, die zu Verbesserungen in unseren Prozessen führen können“, meint Martin Hoffmann.

Entscheidend ist aber der gesundheitliche Vorteil: Das Training ist Ausgleich für die rückenbelastende Arbeit im Büro, aber auch für die Arbeit in den Montagehallen des Unternehmens oder die psychische Anstrengung im Alltag.

Mittlerweile machen 46 Prozent der Belegschaft im Osterather Standort beim BGM mit. Am Zweitstandort in Leipzig läuft ein BGM-Projekt gerade mit einem örtlichen Anbieter ebenfalls an. „Ich bekomme von den Mitarbeitern viel positives Feedback für diese Idee – die sich eigentlich zufällig ergeben hatte, weil ich auch trainiere. Außerdem sehe ich natürlich schon bei einigen, dass die Kilos purzeln…“„ lacht Hoffmann.