Willich: Betrugsmasche falscher Polizeibeamter – Täter melden fiktiven Verkehrsunfall

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Symbolbild

Am gestrigen Dienstag (19.03.) meldeten sich mindestens 20 Anrufer, insbesondere aus dem Bereich Kempen und Willich, bei der Kreispolizei und machten Angaben zu der bekannten Betrugsmasche. In allen Fällen erkannten die Angerufen den versuchten Betrug und legten umgehend auf.

Allerdings drehte in einem Fall ein 71-jähriger Rentner aus Willich den Spieß um und täuschte seinerseits die Täter: Er hatte Bargeld und Wertgegenstände zur Abholung zum Schein bereitgehalten. Das Erscheinen des Geldabholers wurde immer wieder mit neuen Erklärungen bis in den Abend hinein verschoben. Die Betrüger hielten den Mann letztlich hin, weil sich der Beamte angeblich aufgrund einer Fahrzeugkontrolle etwas verspäten würde.

Um die Ernsthaftigkeit zu untermauern, rief er parallel mit einer manipulierten Telefonnummer die Polizei Viersen an und meldete einen schweren Verkehrsunfall, der sich in der Nähe der Wohnanschrift des Opfers ereignet haben sollte. Diesen Unfall hatte es aber nicht gegeben. Der Betrüger wies den Rentner auf die mit Martinhorn und Blaulicht herannahenden Rettungskräfte hin und führte damit seine Täuschung fort. Die Rettungskräfte seien unterwegs, weil es bei der Fahrzeugkontrolle zu einer Auseinandersetzung zwischen Tätern und Polizei gekommen sei. Ein Beamter wäre mit einem Messer schwer verletzt worden. Auch das stimmte natürlich nicht. Es wurde erneut eine Übergabe in Aussicht gestellt, allerdings erschien der Täter nicht.

Der erneute Appell der Polizei lautet: Die Betrüger variieren ständig ihre Vorgehensweise und lassen sich immer neue Gemeinheiten einfallen, um Senioren und Seniorinnen zu täuschen und sie damit unter Druck zu setzten. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzten! Übergeben Sie nie Bargeld oder Wertgegenstände an Ihnen unbekannte Personen. Informieren Sie umgehend über einen anderen Anschluss den Notruf der Polizei 110, wenn sie den Verdacht haben, einen solchen Betrugsanruf erhalten zu haben.