Willich: Für die Sicherheit der Radler – Bilanz eines verschneiten Sondereinsatzes

Polizei Aktion VORKIDS

Der für gestern geplante Sondereinsatz für die Sicherheit der radelnden Kinder stand nicht unter dem Schutz von Petrus: Verschneite Straßen sorgten dafür, dass sehr wenige Radfahrer unterwegs waren. So nahmen die Einsatzkräfte bekannter, neuralgische Punkte unter die Lupe.

Hierzu gehörte unter anderem die Straße Diepenbroich. Hier hatte es Beschwerden von behinderten oder gar gefährdeten Radfahrern und Fußgängern gegeben. Besonders im Berufsverkehr kürzen hier immer wieder Fahrzeugführer den Weg von oder zur BAB ab, obwohl die Durchfahrt verboten ist. Dies taten sie auch am Donnerstag, weshalb die Einsatzkräfte mehrere Verwarngelder erhoben.

Bußgeld: Handy am Ohr

Die Korschenbroicher Straße ist ein weiterer Problempunkt. Da, wo die Hülsdonkstraße quert, wird gerne das Rotlicht der Ampel missachtet. Radfahrer queren hier auch üblicherweise vom Wohngebiet in die Stadt, zur KiTa oder andersherum. Aufgrund des fahrradunfreundlichen Wetters blieb es dort gestern ruhig, eine Radfahrerin ärgerte sich über eine 55 EUR-Verwarnung fürs Telefonieren während der Fahrt. Die relativ breit ausgebaute Korschenbroicher Straße verleitet zudem zum Rasen. Selbst bei den gestrigen Straßenverhältnissen waren zwischen 10.00 und 15:30 Uhr noch immer fast 40 Autofahrer zu schnell, einer mit 75 km/h.

Bei der später erfolgenden Auswertung der Bilder kommt dann nicht selten noch das ein oder andere Handy am Ohr zum Vorschein – 100 EUR Bußgeld kostet das mittlerweile! Am Kreisverkehr Bahnstraße / Korschenbroicher Straße in Willich wird auch viel falsch gemacht. Die Radler fahren (oft für die Kraftfahrzeugführer überraschend) entgegen der Fahrtrichtung (also quasi im Uhrzeigersinn) durch den Kreisel. Dabei kommt es oft mit hastig oder unkonzentriert abbiegenden Fahrzeugführern zu gefährlichen Situationen und auch Unfällen. Hier handelt es sich um eine sogenannte Unfallhäufungsstelle.

Alle Stadtteile im Visier der Polizei

Auch in Anrath, Neersen und Schiefbahn wurde der Verkehr überwacht. Da erste Ergebnisse der VORKIDS-Studie darauf hinweisen, dass viele Unfälle mit Radfahrern nicht direkt an den Schulen passieren, sondern 1 bis 2 Km entfernt (also eher in der Nähe der Wohngebiete) davon, schauten die Einsatzkräfte ebendort nach dem Rechten. Doch auch hier waren wegen der Wetterlage nur wenige Radfahrer unterwegs. Mehr als 50 Verwarnungen oder Zahlkarten, eine Anzeige und ein offensichtlich verärgerter aber unverletzter Radfahrer waren das vorläufige Fazit des Einsatzes. Weitere Einsätze dieser Art, dann hoffentlich unter günstigeren Wetterbedingungen, werden folgen. Versprochen!