Christoph Maethner, Julian Greifeld, Franz-Josef Stapel, Kerstin Stapel und Karl-Heinz Koch bei der Vorstellung des Wahlprogramm. Foto: FDP Willich

In einem ungewöhnlichen Ambiente stellte nun die FDP Willich ihr Wahlprogramm „Mitdenken-Frei Wählen“  für die kommenden fünf Jahre in Willich vor. Als Location für die Präsentation hatten sich die Liberalen bei schönem Wetter das Schloss Neersen und deren Außengastronomie unter Nutzung der Corona-App ausgesucht. Auf die Frage, warum die FDP ihr Programm im Vergleich zu anderen Parteien erst relativ spät vorstelle, sagte Parteichef Christoph Maethner: „Unser umfassendes Leitbild-Programm war eigentlich schon im Februar fertig. Allerdings stellen uns die Auswirkungen der Corona-Krise vor neue gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen und dementsprechend haben wir unser Programm angepasst.“

Maethner macht deutlich, dass der FDP gerade in der Krise die Stärkung der Wirtschafts- und Infrastruktur zu Generierung von nachhaltigen Steuereinnahmen wichtig ist und ergänzt: „Moderner Umweltschutz ohne Ideologien und Verbote unter Ausnutzung technischer Potentiale müssen sich dabei nicht ausschließen. Von daher bietet sich unserer Wirtschaft eine sehr gute Möglichkeit der nachhaltigen und zukunftssicheren Aufstellung, wobei die Ziele der „Global nachhaltigen Kommune“ zu beachten sind.“

Die Liberalen führen weiterhin aus, dass sie ähnlich wie die IHK Mittlerer Niederrhein Herausforderungen sehen, die zu meistern sind, um im globalen Wettbewerb zu bestehen. „Dazu gehört auch eine Digitalisierungsoffensive in die Telekommunikations-Infrastruktur für alle Stadtteile“, meint der stellvertretende Vorsitzende Franz-Josef Stapel. Er merkt zudem an, dass die gegenwärtige Krise gezeigt habe, dass Behörden, die Wirtschaft und der private Sektor mit Homeoffices besser ausgestattet und schneller werden müssen. Dies gelte auch für die Willicher Kitas und Schulen, denn beste Bildung gäbe es nicht zum Nulltarif.

Karl-Heinz Koch, stellvertretender Vorsitzender im Planungsausschuss macht in diesem Zusammenhang auf weitere Defizite der Stadt aufmerksam: „Das jüngste IHK-Gutachten hat offengelegt, dass dringend eine moderne Verkehrs- und Bauplanung nötig ist. Unser Credo ist seit Jahren: Erst Verkehr planen und dann bauen. Das gilt vor allem für Ausbau der ÖPNV- und Radwegenetzes zur Schaffung attraktiver alternativer Verkehrsmöglichkeiten. Hier müssen bessere Vernetzungen und Taktungen her. Zudem haben wir nun den Antrag für die Verlängerung de S28 über Willicher Stadtgebiet gestellt, damit wir endlich weiter kommen.“

Die Jungliberale Kerstin Stapel ergänzt die Prioritätenliste der FDP: „ Wir wollen uns verstärkt um ein gutes Wohnbaumanagement bemühen. Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum für Jung und Alt sowie bezahlbare, kleine Grundstücke für junge Willicher Familien. Wir fordern seit Jahren die Abschaffung der ungerechten Grunderwerbssteuer. Auch die Straßenbaubeiträge sollten abgeschafft werden, damit wieder mehr investiert wird. Zudem wollen wir eine Stärkung des sozialen ehrenamtlichen Engagements unter demographischen Gesichtspunkten, auch zur Verbesserung von Integration und Inklusion.“

Für die junge Generation unter 18 ergreift Jungwähler Julian Greifeld das Wort: „Jugendliche ab 16 Jahren dürfen zwar wählen, aber sind mit ihren Interessen in keinem Gremium vertreten. Das wollen wir ändern und fordern Einrichtung eines Jugendrates insbesondere zur Stärkung des Demokratieverständnisses und der aktiven Teilhabe. Viele meiner Altersgenossen verstehen immer weniger wirtschaftliche Zusammenhänge. Daher möchten wir, dass das Fach „Wirtschaft“ an allen Willicher Schulen gelehrt wird. Auch die Mobilität der Jugendlichen ist nicht einfach. Willich hat viel zu bieten und um die Angebote zu nutzen, muss man mobil sein. Wir würden es begrüßen, wenn alle U18-jährigen ein kostenloses Schokoticket für das Willicher Stadtgebiet erhalten können.“