Der Willicher Christian Paschertz kauft Stahlwerk-Gebäude

Bereits heute ist das Stahlwerk Becker eine Erfolgsgeschichte und sucht in der gesamten Region seines Gleichen. Nun geht die Geschichte weiter: Das Areal rund um das ehemalige Verwaltungsgebäude des Stahlwerks Becker gehört wieder einem Willicher Unternehmer: Die Casino Stahlwerk GbR, vertreten durch den Geschäftsführer Christian Paschertz, hat das denkmalgeschützte Areal aus der Insolvenz-Masse eines Immobilien-Fonds erworben – „die Verträge haben wir im August unterschrieben“, erklärt Christian Paschertz.

Er hat das Gebiet aus mehreren Gründen erworben: „Zu unseren Gebäuden gehört ja auch die Halle 18, die direkt benachbart liegt. Dann können wir Flächen verkehrstechnisch gut einbinden. Außerdem möchte ich – als Willicher Unternehmer – gerne die Sicherheit haben, dass ein Areal, das so stadtbild-prägend ist und eine solche geschichtliche Bedeutung für die Stadt hat, vernünftig verwaltet wird und als repräsentatives optisches Bild fungiert.“ Weiterer Vorteil: Axel Hannen, der die Gebäude vor etwa 15 Jahren saniert hatte, ist jetzt Mitarbeiter der Paschertz Perfect GmbH, „er kennt alle damaligen Arbeiten und so habe ich alle heute notwendigen Informationen aus erster Hand“, meint Paschertz.

Besonders beeindruckend ist das Innere des früheren Verwaltungsgebäudes: Die Besucher betreten zuerst einen Innenbereich mit einer Galerie, die noch mit den alten Holz-Elementen ausgestaltet ist. Sie bleibt erhalten, hier kann sich der neue Eigentümer vorstellen, dass Willicher Künstler oder der Umgebung hier Ausstellungen durchführen können. „Es freut mich sehr, dass Christian Paschertz mit dem ‚Casino‘ nun seine Aktivitäten im Stahlwerk Becker fortsetzt“, so Christian Pakusch, der Vorsitzende des Planungsausschusses der Stadt Willich. „Mit Christian Paschertz haben wir einen Partner an der Seite der Stadt Willich, der bereits Erfolgsprojekte, wie die Halle 18, umgesetzt hat. Mit dem ‚Casino‘ und den abschließenden Planungen zum Wasserturm erreichen wir nun den Höhepunkt der Entwicklung des ehemaligen Stahlwerks“, führt Pakusch fort. „Auf die weitere gute Zusammenarbeit und den ‚kurzen Draht‘ zueinander freue ich mich sehr und hoffe, dass wir mit der Paschertz Grundstücks GmbH noch zahlreiche Projekte in der Stadt Willich umsetzen können.“ Fast der gesamte Gewerbepark Stahlwerk Becker ist mittlerweile vermarktet, nur noch wenige Grundstücke sind zu erwerben.

Die Geschichte: 
Im Casino („Gebäude Nr. 9 Stahlwerk Becker“ laut Denkmalliste) ist heute die Musikschule dal Segno von Thorsden Marschner und Ursula Weber untergebracht. Es entstammt der sog. „Ausbaustufe 1916/19“ des Stahlwerks, der ersten Phase der Entwicklung, die die Experten von 1910 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs definieren. Reinhold Becker hatte im September 1908 das Areal für das spätere Stahlwerk gekauft, Anfang November 1908 erfolgte der Eintrag des Unternehmens in das Handelsregister. Becker starb 1924, 1928 wurde die Produktion weitestgehend eingestellt. Versuche, das Werk über eine AG am Leben zu erhalten, scheiterten. Das Werk wurde 1932 endgültig geschlossen, nach der Verpachtung 1934 (Verkauf 1939) an die Deutsche Edelstahlwerke AG fanden dann aber wieder bis Kriegsende 1000 Mitarbeiter Beschäftigung. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs demontierten die Alliierten die Produktionsanlagen, kleinere Gewerbegebiete siedelten sich an. Sie mussten die Flächen aber wieder räumen, weil die britischen Streitkräfte eine Kaserne einrichteten. Bis 1993 war im Stahlwerk eine Pionier-Einheit angesiedelt. 1997 hat die Stadt Willich das Gelände vom Bund zurückgekauft – seither ist dort ein gelungener Mix aus der Nutzung der denkmalgeschützten Teile mit Neubauten entstanden und der „Gewerbepark Stahlwerk Becker“ ein Vorzeige-Objekt der Stadt.


Dieser Artikel beruht auf Presseinformationen von DJM / Foto: DJM