Stephan und Petra Adomeitis (Mitte, mit Baby), Kampfsporttrainer Ralf Raschen, Elisabeth und Marcus Limbach betreuen mit weiteren Helfern die „besonderen Kinder“ im TV Schiefbahn.

Die Idee entstand vor 20 Jahren und sie wurde ein Vorzeigeprojekt für Inklusion in Willich: Petra und Stephan Adomeitis sind „Willicher Köpfe“, die mit einem Team aus ehrenamtlichen Helfern ein besonderes Sportangebot auf die Beine stellen. „Ja zu Inklusion und Toleranz“ – das Motto der Integrativen Gruppen im TV Schiefbahn. „Eigentlich war es Petras Idee: Sie arbeitete als Integrationshelferin in der Hubertusschule und wollte das Miteinander von behinderten und nicht-behinderten Kindern auf den Sport übertragen“, so der 62-jährige Stephan Adomeitis. Der gebürtige Schiefbahner arbeitet nach einer Ausbildung zum Postbeamten jetzt im NRW-Innenministerium. Seine Frau Petra (60 Jahre) wurde in Neukirchen-Vluyn geboren. Beide haben zwei Töchter, Stephanie und Daniela.

VON DER SCHULE IN DEN SPORT

Die Idee war es, Inklusion in den Sport zu übertragen, im Rahmen dessen, was das Kind und ggf. auch die Familie leisten kann: „Bei uns soll kein Kind vom Sport ausgeschlossen werden – weder wegen einer Behinderung noch, wenn Eltern nicht genug Geld haben, den Sport ihres Kindes zu finanzieren“, so Stephan Adomeitis.

Mit der Idee suchten sie einen Sportverein, der sie unterstützen wollte, und wurden bei Ulrike und Klaus Bamberg vom TV Schiefbahn fündig. Es entwickelte sich ein breites Angebot: Trampolinspringen, Rollstuhlbasketball, Fußball… Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag Nachmittag treffen sich die Gruppen, teils in der Halle, teils auf dem Sportplatz. Dazu finden am Wochenende Ausflüge statt und es gibt im Sommer ein Ferienprogramm mit Ausflügen etwa zum Kletterpark in Haltern, Kernwasserwunderland und als Abschluss die großen „Wasserspiele“, bei denen ehrenamtliche Mitglieder des Feuerwehr-Löschzugs Schiefbahn für ausreichende Wasserversorgung sorgen. Auch an Musik- oder Tanz-Workshops mit Profis haben die „besonderen Kinder“ teilgenommen – mit überraschenden Erfolgen.

IM TEAM STARK

Ganz wichtig ist den Adomeitis: „Wir haben viele tolle Helfer, die uns unterstützen.“ Dazu gehören die Willicher Elisabeth und Marcus Limbach mit Schwiegersohn Christian oder Ralf Raschen aus Mönchengladbach, der mit den Kindern Kampfsport trainiert. Warum alle so engagiert mitmachen? Die Antworten kommt schnell: „Es macht einen Riesenspaß die leuchtenden Kinderaugen zu sehen. Sie sind so herzlich“, meint Elisabeth Limbach. „Ich erlebe, dass die behinderten Kinder die Übungen über Nachahmung lernen. Es dauert zwar länger, aber das macht nichts. Ich vermittele Selbstbewusstsein und sie lernen sich zu wehren“, so Ralf Raschen. Auch die gesunden Kinder profitieren von der gemeinsamen Zeit mit den „besonderen Kindern“, betont Petra Adomeitis: „Sie lernen, dass Gesundheit vergänglich ist.“ Viele der Angebote und Ausflüge sind nur möglich, weil Menschen mit zweckgebundenen Spenden an den TV Schiefbahn finanzielle Unterstützung bieten. Seit Jahren unterstützt die Fernsehmoderatorin Marlene Lufen, aber auch die Schiefbahner Schützen, Unternehmer oder Selbstständige haben uns schon geholfen“, betont Adomeitis.