„Es macht Spaß zu helfen“ – diese Auffassung prägt das Leben dieses „Willicher Kopfes“: Kurt Schumacher (69 Jahre alt), hat 1985 mit Ulrich Lickes den Willicher Ortsverein des „Malteser Hilfsdienstes“ gegründet und ist bis heute Stadtbeauftragter Willich innerhalb der Hilfsorganisation. Für sein Engagement für die Menschen sieht er mehrere Gründe: „Ich wollte immer etwas bewegen, ich habe einen unbändigen Freiheitswillen und ich liebe Herausforderungen“, meint er. Der Malteser Hilfsdienst ist eine katholische Hilfsorganisation, die vom Caritas-Verband und zwei Gliederungen des Malteser-Ordens gegründet wurde.

Wurzeln in der Jugend

Schumachers Wurzeln für sein Engagement liegen aber viel tiefer: Der gebürtige Aachener war als Jugendlicher Mitglied in der dortigen St. Georgs Pfadfinderschaft, sein Vater und der Gründer des Aachener Malteser-Verbandes waren Klassenkameraden. „Wir wohnten 500 Meter von der Zentrale entfernt. Da lag es nahe, den Maltesern beizutreten“, meint Kurt Schumacher. Nachdem er eine längere Zeit in Eupen gelebt hatte, ist er 1972 beruflich nach Willich gezogen. Heute ist er Rentner, er hat eine Tochter und einen Sohn, Max. Letzterer ist ebenfalls seit Jahren Mitglied der Hilfsorganisation und derzeit stellv. Stadtbeauftragter.

Der Malteser Hilfsdienst habe fünf Säulen, erklärt Kurt Schumacher: Malteser Jugend, Malteser International (Katastrophenschutz), Notfallversorgung im Rettungsdienst, Breitenausbildung in der Ersten Hilfe und Soziale Dienste (Demenz-Begleitung, Besuchsdienst). Als junger Mensch habe ein Teil der Begeisterung für die Arbeit bei den Maltesern in der Faszination für die „Blaulicht-Einsätze“ gelegen, mit zunehmendem Alter habe sich das verändert. „Heute ist mir die persönliche Zuwendung wichtiger“, sagt Kurt Schumacher – deswegen ist er im Stadtverband zuständig für die Demenzdienste. Außerdem geht es um die Geschichte und die Werte des Malteser Ordens, „er hat mich Werte gelehrt und mental stark gemacht“, beschreibt Kurt Schumacher.

Geschichte des Ordens

Der heutige Malteser-Orden wurde 1048 in Jerusalem gegründet – als „Orden vom Spital des heiligen Johannes zu Jerusalem“ (Johanniter oder Hospitaliter). Als Ordensgründer gilt der Selige Gerhard Tonque († 1120 in Jerusalem). Er praktizierte religiöse Toleranz und der Auffassung: „Gott ist in jedem Menschen. Wenn ich den Menschen diene, diene ich Gott…“, beschreibt es Kurt Schumacher verkürzt. Der Name „Malteser“ bürgerte sich ein, weil der Orden 1530 nach mehreren Verlagerungen auf Malta ansässig wurde. Die Malteser-Maxime „Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“ ist für Schumacher ein wesentlicher Grundsatz der Arbeit. Er wirbt dafür, sich ehrenamtlich zu engagieren: „Wir geben allen die Chance, uns kennen zu lernen und unser Denken über unser Handeln zu verstehen.“