Dr. Volkmar Prill brachte aus Willich eine Unterstützung für die Kinder- und Jugendhospiz-Arbeit in der Regioen zu Anja Claus (li; Leiterin stups-KINDERZENTRUM) und Manuela Winter (Stv. Vorsitzende DRK-Schwesternschaft Krefeld. Foto: DRK Schwesternschaft

„Ich habe selbst drei Kinder, die zum Glück alle gesund sind. Es geht mir wahnsinnig nahe, wenn es einem Kind nicht gut geht“ – dieses persönliche Gefühl war für Dr. Volkmar Prill, Geschäftsführer des Willicher Unternehmens Struers GmbH (führender Anbieter von Produkten und Lösungen zur Materialographie), der Grund, eine Spendenaktion in seinem Unternehmen zu organisieren:

Um in Corona-Zeiten den Kontakt zu den Kunden weltweit zu halten, hatte das Team diese überwiegend virtuell oder telefonisch betreut. Nun sollten im Sommer 2021 wieder mehr persönliche Treffen zwischen Kunden und Vertrieb stattfinden. Dafür hatte die Geschäftsleitung für jeden persönlichen Kundentermin 25 Euro für die Arbeit im Kinder- und Jugendhospiz des Krefelder stups-KINDERZENTRUMs gespendet. „Wir haben die Kunden informiert und sie fanden es sehr gut. Tatsächlich haben mehr Kunden als erwartet einem persönlichen Gespräch mit unserem Vertrieb zugestimmt, sodass wir den für uns so wichtigen vor Ort-Kontakt zum Kunden wieder gut aufbauen konnten“, meinte Dr. Prill. Insgesamt waren bei der Aktion 1.775 Euro zusammengekommen.

Auf das stups-KINDERZENTRUM in der Nachbarstadt Krefeld habe ihn eine Mitarbeiterin, Alexandra Bransby, aufmerksam gemacht.

Er erkundigte sich bei Manuela Winter (stellv. Vorsitzende DRK-Schwesternschaft Krefeld) und Kinderzentrumsleiterin Anja Claus intensiv nach der Arbeit im Kinderhospiz. Die Gastgeberinnen schilderten, wie lang oft die Zeit sei, bis die Eltern eines Kindes, das sich scheinbar nur nicht so gut entwickele wie andere Kinder, eine Diagnose hätten: „Es sind sehr spezielle Erkrankungen, oft im Stoffwechsel, die sehr selten vorkommen und in der Diagnose schwierig sind. Dann sind die Eltern oft schon jahrelang zwischen Krankenhaus und zuhause gependelt“, schilderte Anja Claus.

Bei dem Besuch kam das Gespräch auf ein Thema, das häufig vergessen wird: Wer kümmert sich wie um die Belange der gesunden Geschwister eines Hospiz-Kindes? Das sei wirklich eine wesentliche Frage, vor allem in der ambulanten Kinder- und Jugendhospizarbeit bei den Familien zuhause, bestätigte Manuela Winter: „Vor Corona haben wir gerade damit begonnen, für die gesunden Geschwister Ausflüge, Bastelaktionen und andere Dinge anzubieten. Es war schön zu sehen, wie die Kinder geradezu aufgeblüht sind, weil sie einmal das Interesse bekamen, nicht das eingeschränkte Kind“. Hier leisteten die „Froschkönige/-innen“ – ehrenamtliche Helfer/-innen – zusammen mit dem fest angestellten Team eine sehr gute Arbeit, die jetzt auch wieder anläuft. „Auch dafür benötigen wir Spenden, denn solche Angebote werden nicht über den Pflegesatz finanziert“, so Manuela Winter.

Grundsätzlich sei es so, dass die Möglichkeiten und Hilfestellungen in der Kinder- und Jugendhospizarbeit noch nicht gut genug bekannt seien, „die Leute müssen wissen, dass es uns gibt“, betonte Anja Claus. Für den Besucher war das Gespräch sehr interessant, er wolle die Infos gerne im Unternehmen weitergeben, so Dr. Prill.