Willichs älteste Bürgerin mit 104 Jahren gestorben

turnverein 1929
Foto: Stadt Willich

„Betroffen“ hat Willichs Bürgermeister Josef Heyes die Nachricht vom Tod der ältesten Willicher Bürgerin Else Kramer (geborene Grub) gemacht: Sie war am 1. Januar, kurz vor Vollendung ihres 105. Lebensjahres, gestorben. Heyes hatte die im hohen Alter auch geistig noch sehr agile Seniorin diverse Male in den letzten Jahren zu ihren Geburtstagen immer wieder besucht und den herzlichen Austausch mit der lebensbejahenden Dame stets als „wirkliche Bereicherung“ erlebt.

Else Kramer, am 10. Januar 1913 als älteste von drei Schwestern in Wuppertal geboren und im Bergischen Land aufgewachsen, kam 1928 nach Willich, wo ihr Vater als Schulleiter einer mehrklassigen Volksschule arbeitete; hier hatte man es als evangelische Familie zunächst „im erzkatholischen Willich“ nicht leicht, wie sie sich erinnert; gerne denkt sie aber an die Ausflüge mit dem Willicher Turnverein in dieser Zeit zurück, bei denen sie unter anderem auch mit Else und Hans Lion unterwegs war – übrigens Gefährten, die als Menschen mosaischen Glaubens später zu Zeiten des braunen Terrors emigrieren mussten.

195, ihr Mann Wolfgang hatte eine leitende Stelle beim Postbauamt in Düsseldorf angetreten, zog sie in Willich dann in ein Haus einer Neubausiedlung, wo sie bis zu ihrem Tod wohnte.

Heyes: „Oft hat sie mir bei meinen Besuchen von den Familien-Ferienfahrten, seinerzeit meist nach Italien, begeistert berichtet.“ Apropos:  Mit 64 Jahren erwarb Else Kramer selbst noch den Führerschein, mit 100 Jahren fuhr sie noch selbst mit ihrem „Scirocco“, wie sie gerne erzählte, nach Krefeld zum Einkaufen.

Gern unternahm sie mit ihrem 1992 verstorbenen Ehemann Kreuzfahrten, später auch mit ihrer Tochter Hede-Feodora. Als Rezept für ihre Agilität und gute Gesundheit auch im hohen Alter benannte sie stets die morgendliche Gymnastik, ihren Willen zur Aktivität und die interessierte Teilhabe an vielen Dingen und vor allem auch an den Geschehnissen in ihrer Familie.

Bürgermeister Josef Heyes: „Schon aus der Tatsache, dass sie mit mehr als 100 Jahren noch eigenhändig Teile ihrer Lebenserinnerungen in ihre Schreibmaschine getippt hat, lässt sich ersehen, wie fit und geistig rege Frau Kramer nach einem Lebensjahrhundert noch war – so werde ich sie gerne und dankbar in Erinnerung halten.“