„Wir ziehen an einem Strang“ Neersener wollen den Anschluss an die Zukunft

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Ältere Mitbürger im Willicher Stadtteil Neersen erinnern sich: Die Kabel für das Telefon wurden teilweise schon vor rund 100 Jahren verlegt. Die im Erdreich liegenden Kupferdrähte sind mittlerweile an der Grenze ihrer Funktionsfähigkeit und werden schon seit vielen Jahren immer wieder aufwändig saniert. Störungen beim Telefonieren oder der Nutzung von Internetdiensten sind für viele Neersener ein Ärgernis. Der Zustand dieser alten Kabel „aus der Kaiserzeit“ wird einer maximalen Auslastung bei der digitalen Kommunikation nicht mehr gerecht.

Seit einigen Wochen besteht in Neersen die Möglichkeit zum Umstieg auf ein neues Kabelnetz mit Glasfasertechnologie. Die Vorteile: Störungsfreie Telefonie und zuverlässige Nutzbarkeit digitaler Möglichkeiten. Auf lange Sicht wären damit alle Probleme der Neersener gelöst, egal ob sie darüber „nur“ telefonieren – oder von den digitalen Angeboten über das Internet profitieren möchten. Dass über das neue Glasfaserkabel auch das Fernsehprogramm mit zusätzlichen Sportkanälen empfangen werden kann, ist für viele interessierte Bürger ein weiteres Argument.

Die Sache hat aber einen „Haken“: Die neuen Kabel werden nur dann verlegt, wenn sich mindestens 40% der Haushalte in Neersen dafür entscheiden! Damit diese „Quote für die Zukunft“ erreicht wird, klären Privatpersonen und Unternehmer aus dem Ort mit ihrer Unterstützergruppe „Pro Glasfaser Neersen“ auf. Obwohl diese Gruppe erst vor einem knappen Monat zusammen gefunden hat, sind bereits Erfolge beim Anschluss der Neersener an die Technologie der Zukunft sichtbar.

„Ohne eine aktive und für alle Bürger deutlich sichtbare Unterstützung seitens der Politik und wichtige Stimmen aus der Bürgerschaft ist unser Anschluss an die Zukunft nicht zu schaffen“, sagt Matthias Stieger, der mit seinem Hotelbetrieb und Konferenzzentrum „Ramshof“ weit über die Grenzen von Willich hinaus bekannt ist. Christian Kuschner von der digital express GmbH sieht das ähnlich: „Ohne Internet stehen bei uns die Räder still – endlich besteht nun die Möglichkeit einer zeitgemäßen Versorgung mit dem Glasfasernetz bis ins Haus.“

EDV-Dienstleister Peter Mackes hat die Familien und speziell die jungen Mitbürger im Blick: „Viele Neersener Bürger beklagen sich, dass unsere Jugend die Dorfgemeinschaft verlässt und woanders ihre Familie gründet. Diese jungen Leute wären aber gerne in Neersen geblieben, wenn es hier eine belastbare Grundversorgung mit dem Internet gäbe. Ich freue mich deshalb, dass unsere Schützenvereine mit uns an einem Strang ziehen. Wir haben nicht mehr viel Zeit: Am 17.12. läuft die Zeichnungsfrist für die Glasfaser ab!“

Das Neersener FDP-Mitglied Ralf Klein fasst die Situation zusammen: „Der Vorteil des neuen Internet für Neersen liegt auf der Hand – leider tragen aber ausgerechnet die Schüler in Neersen das größte Risiko – denn wenn die Quote mit 40% in Neersen nicht erreicht wird, werden auch die Schulen nicht an das Internet der Zukunft angeschlossen. Die Politik hat bereits öffentlich eingeräumt, dass für diesen Fall kein ,Plan-B’ vorhanden ist.“

Diese mögliche „Patt-Situation“ zieht mittlerweile ihre Kreise bis in den Bundestag. MdB Uwe Schummer setzt sich deshalb mit seiner Videobotschaft als Neersener Bürger dafür ein, dass der Willicher Ortsteil nicht „von der Zukunft abgehängt wird“

Die Unterstützer für die Glasfaser sind unterdessen bürgernah auf dem Neersener Wochenmarkt präsent und klären dort auf. Dr. Robert Brintrup ermöglicht zudem als Präsident des geschäftsführenden Vorstands der St. Sebastianus Bruderschaft 1802 Neersen e.V. einen Informationsstand auf dem bevorstehenden Weihnachtsmarkt am 15. und 16.12. rund um das Schloss Neersen. Die Frist zum „Anschluss an die Zukunft von Neersen“ läuft am Folgetag, dem 17.12.2018 ab.